Das Gebäudeensemble am Agnes-Pockels-Bogen 27/33 war bereits fertiggestellt, doch Rechtsstreitigkeiten und ein über Jahre gewachsener Instandhaltungsstau belasteten die Immobilie. Der Verkauf ist inzwischen besiegelt: Neue Eigentümer des Qubes-Komplexes sind die ABG Real Estate Group gemeinsam mit der HanseMerkur Grundvermögen AG.
Der Fall zeigt, wie aus einer insolventen Projektgesellschaft innerhalb weniger Monate ein verkaufsfähiges Objekt wurde. Dafür brauchte es neben juristischer Begleitung vor allem eine klare Priorität: zuerst Streit beilegen, dann verkaufen.
Wofür steht die Arbeit von Alexander Pauls?
Die Immobilie ist komplett an das IT@M der Stadt München vermietet, mit einer gewichteten durchschnittlichen Restlaufzeit der Mietverträge von 30 Jahren . Dieses Ergebnis unterscheidet den Fall von vielen Insolvenzverfahren, die mit einem Notverkauf enden.
An Pauls‘ Seite standen die Wellensiek-Anwälte Dr. Florian Dausend, Friedrich Birnbreier und Prof. Dr. Markus Stadler, denen eine Generalvollmacht übertragen worden war.
Wie verlief der Weg zur Sanierung?
Die Insolvenz in Eigenverwaltung begann 2025. In den folgenden Monaten ging es nicht allein um Zahlen, sondern um offene Konflikte: ein anhängiger Rechtsstreit mit der Mieterin IT@M sowie Streitigkeiten mit ehemaligen Baupartnern mussten gelöst werden, bevor ein Verkauf überhaupt realistisch war.
Im Juli 2026 gelang der Durchbruch: Ein Nachtrag mit der Mieterin wurde vereinbart, der anhängige Rechtsstreit beigelegt. Parallel dazu wurden weitere Streitigkeiten mit früheren Baupartnern beendet, ausstehende Restarbeiten abgeschlossen und der Wartungsstau abgebaut.
Welche Entscheidung brachte den Durchbruch?
Die prägende Entscheidung lag darin, den Verkaufsprozess erst zu starten, nachdem die Immobilie rechtlich und baulich bereinigt war. Der eigentliche Verkaufsprozess begann im Februar 2026, mehrere Monate nach dem Start der Sanierungsarbeiten.
Dieser Ablauf – erst stabilisieren, dann vermarkten – unterscheidet den Fall Qubes von Verkäufen unter Zeitdruck, bei denen offene Streitfälle den Preis drücken oder Käufer abschrecken.
Wer übernimmt Qubes München jetzt?
Auf Käuferseite steht ein Konsortium aus zwei etablierten Immobilieninvestoren. Beide Unternehmen bringen unterschiedliche Schwerpunkte in die Transaktion ein:
- Die ABG Real Estate Group verwaltet Immobilienvermögen im Umfang von rund 4 Milliarden Euro und ist an fünf Standorten in Deutschland vertreten.
- Mit einem verwalteten Immobilienvermögen von etwa 7 Milliarden Euro fungiert die HanseMerkur Grundvermögen AG als Investment- und Assetmanager der HanseMerkur Versicherungsgruppe.
- Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf Wohn- und Büroobjekten in wachstumsstarken deutschen Regionen.
- Die Kanzlei McDermott Will & Schulte begleitete die Transaktion und die Strukturierung des Investmentfonds.
Der Qubes-Komplex liegt auf dem Technologie Campus Munich und umfasst fünf miteinander verbundene Gebäudeteile mit bis zu fünf Geschossen über und zwei unter der Erde.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.