Unternehmer Ben Schulz hat in einem Gastbeitrag beschrieben, wie er mit enttäuschtem Vertrauen in der Führung umgeht. Sein Fazit: Loyalität in der Führung braucht klare Grenzen, keine emotionale Kälte.
Schulz schildert ein Muster, das viele Führungskräfte kennen: Mitarbeiter, die trotz Unterstützung unerwartet kündigen, Geschäftspartner, die Vertrauen missbrauchen, und Kontakte, die nur entstehen, wenn jemand etwas braucht. Er selbst habe Menschen gefördert, die sein Engagement später weder erwidert noch geschätzt hätten.
Warum sieht Ben Schulz den Fehler bei sich selbst?
Statt die Schuld bei den enttäuschenden Personen zu suchen, macht Schulz einen anderen Punkt zum Ausgangspunkt seiner Reflexion: Er habe seine eigenen Grenzen zu lange ignoriert. Diese Selbstkritik ist der Kern seines Beitrags und unterscheidet ihn von der üblichen Klage über undankbare Mitarbeiter oder Partner.
Die naheliegende Reaktion auf solche Enttäuschungen beschreibt Schulz als weit verbreitet: sich emotional zu verschließen und Beziehungen nur noch transaktional zu führen. Genau das hält er für einen Fehler, der langfristig schadet, weil er die Qualität von Führung untergräbt.
Was unterscheidet starke Führung von bloßer Macht?
Für Schulz ist eine Führungskraft ohne emotionale Investition keine starke Führungskraft, sondern ein verletzter Mensch in einer Machtposition. Diese Formulierung bringt seine Haltung auf den Punkt: Führungsstil und persönliche Verletzlichkeit lassen sich nicht sauber trennen, wer das versucht, führt schlechter.
Um mit enttäuschten Erwartungen umzugehen, hat sich Schulz nach eigener Aussage stoischen Gedanken zugewandt. Daraus leitet er ein Prinzip ab, das er als Vorschuss beschreibt: Vertrauen in Führungsbeziehungen verlangt eine Gegenleistung, sonst bleibt es einseitig und instabil.
Aus diesem Prinzip ergeben sich für Schulz mehrere Konsequenzen für den eigenen Umgang mit Loyalität:
- Er bleibt grundsätzlich loyal, aber nicht gegenüber Menschen, die sein Vertrauen wiederholt missbrauchen.
- Er rät Führungskräften, ihre Loyalitäten regelmäßig zu überprüfen.
- Er empfiehlt, bewusst Grenzen zu setzen statt undefinierte Unterstützung zu geben.
- Er beobachtet, dass solche Grenzen häufig nicht zu Kälte, sondern zu Entlastung führen.
Was plant Ben Schulz als Nächstes?
Nach den Enttäuschungen der Vergangenheit will Schulz sein Verhalten nicht grundsätzlich ändern, sondern gezielter steuern: weiter loyal sein, aber mit klarer Grenze dort, wo Vertrauen wiederholt enttäuscht wurde. Grenzen setzen bedeutet für ihn nicht, Beziehungen zu beenden, sondern sie ehrlicher zu machen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.