Der Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber durchlebte zehn Jahre harte Rückschläge, bevor aus seinem Wiener Startup ein profitables Unternehmen wurde. Heute vermittelt Helferline Technikerinnen und Techniker für Hausbesuche bei Problemen mit Internet, TV oder Smartphone, binnen weniger Stunden.
Mehr als 100.000 Personen haben den Service bereits genutzt.
Der Weg durch zehn Jahre Krisen
Gegründet wurde Helferline vor über zehn Jahren. Schmidgruber und sein Mitgründer Alexander Niederhofer zahlten sich über längere Zeit hinweg kein Gehalt aus, wie Schmidgruber berichtet. Auch Mitarbeiter akzeptierten mehrmals längere Verzögerungen bei der Gehaltsauszahlung.
Die Corona-Pandemie verschärfte die Lage zusätzlich: Laut Niederhofer ging die Nachfrage nach Vor-Ort-Service in dieser Zeit deutlich zurück. Mehrere Konkurrenten in Mitteleuropa gaben nach Niederhofers Angaben ihre Geschäftstätigkeit in dieser Phase auf oder änderten ihr Geschäftsmodell grundlegend.
Der Tiefpunkt vor zwei Jahren war die Entscheidung, die alles änderte
Die andauernde Krisensituation führte bei Schmidgruber zu einem Burnout, wie er selbst schildert. Vor rund zwei Jahren erreichte die Krise schließlich einen Tiefpunkt: Schmidgruber und Niederhofer zogen zu diesem Zeitpunkt ernsthaft in Betracht, das Unternehmen zu beenden.
Statt aufzugeben, hielten die Gründer am Geschäftsmodell fest. Der Einstieg des Hansmann Family Office über einen Secondary brachte frisches Kapital und Vertrauen von außen, zu einem Zeitpunkt, an dem viele Mitbewerber den Markt bereits verlassen hatten.
Das Mindset hinter dem Comeback
Was Schmidgrubers Führungsstil in dieser Phase ausmachte, zeigt sich an der Loyalität des Teams: Mitarbeiter blieben trotz Gehaltsverzögerungen an Bord. Diese Geduld bildete die Basis, auf der Helferline später aufbauen konnte, als sich die Auftragslage wieder besserte.
Ende 2025 begann Helferline mit einem Großprojekt für den Mobilfunkanbieter O2. Dieser schenkt mehreren tausend Neukunden monatlich einen kostenlosen Helferline-Einsatz, um sich laut Niederhofer vom Wettbewerb abzuheben und die Kundenzufriedenheit zu stärken.
Was als Nächstes für Helferline ansteht
Für das O2-Projekt rekrutierte und schulte Helferline innerhalb weniger Wochen mehrere hundert neue Techniker. Dafür schickte das Unternehmen laut Niederhofer eigene Techniker als Promotoren an technische Universitäten, verteilte Flyer und beklebte sogar Bierflaschen mit Werbung.
Die teuerste Maßnahme war nach Niederhofers Einschätzung das Engagement großer deutscher Tech-Influencer, das über Nacht tausende Bewerbungen brachte. Darüber hinaus war das Unternehmen in bundesweiten Fernsehwerbungen präsent und profitierte von einer indirekten Platzierung auf dem Cover der Bild-Zeitung.
Für Gründerinnen und Gründer, die selbst durch schwierige Phasen gehen, zeigt der Weg von Helferline: Durchhaltevermögen über Jahre hinweg kann sich auszahlen, wenn Team und Investoren an Bord bleiben.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.