Der globale Markt für Fusionen und Übernahmen in der Fabrikautomatisierung hat im ersten Halbjahr 2026 kräftig zugelegt. Weltweit wurden 123 Transaktionen registriert – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch Investitionen in künstliche Intelligenz und Robotik, die Fabriken effizienter machen sollen.
Besonders deutlich zeigt sich der Trend in Nordamerika. Dort stiegen die Bestellungen von Industrierobotern nach Stückzahlen um 2,0 %, der Auftragswert sogar um 6,6 %. Gleichzeitig sanken die Bestellungen von Automobilherstellern um ein Viertel – ein Hinweis darauf, dass andere Branchen die Lücke füllen, die die Autoindustrie hinterlässt.
Woher die Käufer kommen
Betrachtet man die Herkunft der übernommenen Firmen, kam knapp die Hälfte mit 45 % aus Nordamerika, gut ein Drittel mit 38 % aus Europa, der Rest, rund ein Sechstel, verteilte sich auf andere Weltregionen. Auf der Käuferseite verschiebt sich das Bild noch stärker in Richtung Nordamerika: 52 % der Transaktionen im Automatisierungssektor gingen auf nordamerikanische Käufer zurück, nur 34 % auf europäische Erwerber.
Diese Verteilung lässt sich in vier Punkten zusammenfassen:
- Nordamerikanische Käufer dominieren mit gut der Hälfte aller Transaktionen das Geschehen.
- Europäische Erwerber liegen deutlich dahinter und holen nicht auf.
- China hält einen Anteil von 54 % an den weltweiten Installationen von Industrierobotern.
- Auf dem eigenen Markt kommen chinesische Hersteller mittlerweile auf einen Anteil von 57 %.
Deutschlands Branche rechnet mit einem Rückgang
Für die deutsche Robotik- und Automatisierungsindustrie zeichnet sich im Jahr 2026 ein anderes Bild ab. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzrückgang von 5 % erwartet, der Umsatz soll bei 14,1 Milliarden Euro liegen. Während also weltweit mehr Unternehmen übernommen werden, kämpft die deutsche Branche mit schwächerer Nachfrage.
Diese Diskrepanz zwischen globalem Übernahmeboom und schwächelnder deutscher Produktion zeigt, wie unterschiedlich sich einzelne Standorte innerhalb der Branche entwickeln. Wer in Deutschland Automatisierungstechnik herstellt, spürt derzeit eher Gegenwind als Rückenwind.
Was die steigenden Bewertungen bedeuten
Parallel zum Übernahmeboom sind auch die Bewertungen in der Branche gestiegen. Der EV/EBITDA-Multiplikator einer internationalen Vergleichsgruppe von Smart-Automation-Unternehmen kletterte von 14,6 am Vorjahresstichtag auf 22,7 zum Jahresende. Auch das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz stieg im selben Zeitraum von 2,8 auf 4,0.