Das Start-up Fuzzware aus Bochum hat den ATHENE Startup Award UP26@it-sa gewonnen und dafür ein Preisgeld von 7.500 Euro erhalten. Die Auszeichnung wurde in Nürnberg im Rahmen der IT-Sicherheitsmesse it-sa verliehen.
Ausgezeichnet wurde Fuzzware für eine Lösung, die Sicherheitslücken in eingebetteten Systemen aufspürt, bevor sie zum Problem werden. Genau dort liegt die Idee, die hinter dem Erfolg steht.
Wofür Fuzzware steht
Eingebettete Systeme stecken in Autos, Maschinen und medizinischen Geräten – überall dort, wo Software fest mit Hardware verbunden ist. Genau diese Software testet Fuzzware auf Schwachstellen, und zwar mit einer Methode, die als Fuzzing bekannt ist: Dabei wird ein System gezielt mit fehlerhaften oder unerwarteten Eingaben konfrontiert, um Sicherheitslücken sichtbar zu machen.
Der entscheidende Unterschied zu klassischen Testverfahren liegt darin, dass die Fuzzware-Lösung komplette Firmware-Systeme prüfen kann, ohne dass dafür die physische Hardware vorliegen muss. Das spart Zeit und Aufwand in der Entwicklung sicherheitskritischer Produkte.
Der Weg zu einer Lösung ohne Hardware
Dass Firmware getestet werden kann, ohne das dazugehörige Gerät in der Hand zu halten, klingt zunächst technisch. Für Hersteller bedeutet es aber einen praktischen Vorteil: Sicherheitstests lassen sich früher im Entwicklungsprozess durchführen, bevor überhaupt ein Prototyp existiert.
Das Bochumer Team hat diese Methode so weit entwickelt, dass sie sich gegen zwei weitere Finalisten durchsetzen konnte. Den zweiten Platz belegte Complioty aus München mit einer Plattform, die für den Maschinenbau automatisiert Software-Stücklisten erstellt und auf Schwachstellen überwacht – eine Lösung, die mit Blick auf den Cyber Resilience Act an Bedeutung gewinnt, der ab Dezember 2027 zur Pflicht wird.
Den dritten Platz sicherte sich RedCastle aus Heubach mit einem KI-gestützten Security Operations Center für den deutschen Mittelstand.
Eine Förderung als Rückenwind
Der Sieg beim ATHENE Startup Award ist für Fuzzware nicht die erste Anerkennung von öffentlicher Seite. Das Start-up erhält bereits eine laufende Förderung aus dem Programm StartUpSecure des Bundesforschungsministeriums. Diese Kombination aus staatlicher Förderung und einem Preis aus der Fachjury unterstreicht, dass die Methode nicht nur in der Theorie überzeugt, sondern auch in der praktischen Umsetzung als tragfähig gilt.
Für ein junges Unternehmen aus der Sicherheitsbranche ist das eine seltene doppelte Bestätigung: Förderung und Auszeichnung treffen in einer Phase zusammen, in der sich zeigen muss, ob eine technische Idee auch am Markt bestehen kann.