Für APG-Sprecher Gerhard Christiner bestätigt das einen Kurs, den der Übertragungsnetzbetreiber schon länger verfolgt.
Hinter dieser Einstufung steht ein Netz, das weite Teile des Landes verbindet und auf technische wie organisatorische Vorsorge angewiesen ist. Genau an diesem Punkt setzt die neue gesetzliche Einstufung an, und genau hier zeigt sich, wofür Christiner als Sprecher des Unternehmens steht.
Wofür Gerhard Christiner steht
Christiner verweist auf ein Ergebnis, das sich messen lässt: eine Netzverfügbarkeit von über 99,99 % im Jahr 2025. Das Unternehmen betreibt dafür ein Stromnetz von mehreren tausend Kilometern Länge mit 67 Schalt- und Umspannwerken. Rund 1.000 Spezialistinnen und Spezialisten sind bei der APG mit dem Betrieb und der Absicherung dieser Infrastruktur befasst.
Die Einstufung als kritische Infrastruktur-Einrichtung ändert daran nichts Grundsätzliches, sie macht aus einer bisherigen Praxis eine gesetzliche Pflicht: Risikoanalysen und Resilienzpläne mit technischen, organisatorischen und sicherheitsbezogenen Maßnahmen.
Wie kam es zur Einstufung als kritische Infrastruktur?
Das RKEG verfolgt einen breiten Ansatz. Es berücksichtigt nicht nur Cyberangriffe und physische Angriffe, sondern auch Naturkatastrophen, technische Ausfälle, Sabotage, Spionage sowie Lieferketten- und Personalausfälle. Für ein Unternehmen, das die Stromversorgung eines ganzen Landes sichert, bedeutet das eine Reihe zusätzlicher Pflichten.
Diese Pflichten treffen bei der APG auf Strukturen, die laut Unternehmen bereits bestehen. Dazu zählen:
- Moderne Cybersecurity- und Objektschutzmaßnahmen sichern Anlagen und Daten ab.
- Wetter- und Netzsicherheitsprognosen sollen Risiken frühzeitig erkennbar machen.
- Gemeinsame Simulatortrainings und regelmäßige Krisenübungen bereiten Mitarbeitende auf Ernstfälle vor.
- Das Bundesministerium für Inneres unterstützt die Umsetzung des RKEG mit Beratungen und Frühwarnungen.
Was macht die APG im Alltag anders?
Simulatortrainings und Krisenübungen finden nicht anlassbezogen, sondern regelmäßig statt. Wetterprognosen und Netzsicherheitsanalysen fließen laufend in den Betrieb ein, nicht erst, wenn ein Sturm angekündigt ist.
Diese Haltung zeigt sich auch bei den Investitionssummen der vergangenen Jahre: 2023 investierte die APG 490 Millionen Euro, 2024 waren es 440 Millionen Euro, 2025 stiegen die Investitionen auf 595 Millionen Euro. Für 2026 plant das Unternehmen insgesamt 680 Millionen Euro – ein deutlicher Sprung gegenüber den Vorjahren.
Was als Nächstes kommt
Für die kommenden Jahre hat die APG deutlich größere Summen angekündigt: Bis 2035 sind Gesamtinvestitionen von rund neun Milliarden Euro für Netzaus- und -umbau geplant. Die Einstufung als kritische Infrastruktur-Einrichtung dürfte diesen Kurs absichern, da die gesetzlichen Vorgaben des RKEG dieselben Bereiche betreffen, in die das Unternehmen bereits investiert: Risikoanalyse, Resilienzplanung und laufende Sicherheitsmaßnahmen.