Schaeffler-Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld treibt ein neues Sparprogramm voran: Der Autozulieferer baut in Europa 3.460 Stellen ab, davon 2.660 in Deutschland, und schließt vier deutsche Werke. Die Maßnahmen sollen das jährliche Ergebnis ab 2030 um 300 Millionen Euro verbessern. Rosenfeld begründet den Schritt mit der Automobilkrise in Europa.
Der Sparkurs trifft ein Unternehmen, das zugleich ein besseres Ergebnis in Aussicht stellt.
Warum spart Klaus Rosenfeld trotz besserem Ergebnis?
Schaeffler veranschlagt für das Sparprogramm Einmalkosten von rund 480 Millionen Euro. Als Begründung für die Einschnitte nennt das Unternehmen die anhaltende Automobilkrise in Europa, die die Branche seit Jahren unter Druck setzt.
Etwa die Hälfte des Stellenabbaus betrifft die Produktion, knapp ein Drittel entfällt auf Forschung und Entwicklung, der Rest auf weitere Funktionsbereiche. Damit verteilt sich der Einschnitt auf nahezu alle Unternehmensbereiche, nicht nur auf einzelne Standorte.
Welche Werke und Jobs sind betroffen?
Vier deutsche Standorte sollen komplett geschlossen werden. Insgesamt sind 16 Standorte in Europa von den Maßnahmen betroffen.
- Das Werk Dortmund beschäftigt derzeit 430 Mitarbeiter.
- Der Standort Morbach zählt 160 Beschäftigte.
- In Berlin sind aktuell etwa 270 Beschäftigte tätig, deren Aktivitäten eingestellt werden sollen.
- Der Standort Schwalbach hat rund 385 Beschäftigte, von denen etwa 190 vom Abbau betroffen sind; ein Großteil der übrigen Mitarbeiter soll nach Frankfurt wechseln.
Wie reagiert die Belegschaft auf den neuen Sparkurs?
Für Rosenfeld ist es nicht das erste Sparprogramm: Bereits im November 2024 hatte Schaeffler Strukturmaßnahmen bekanntgegeben. Erst Anfang Oktober 2026 wurden zudem 1.800 Altersteilzeitverträge abgeschlossen, mit denen Beschäftigte das Unternehmen vorzeitig verlassen können.
IG-Metall-Vertreter Thomas Höhn kritisiert, dass bei Schaeffler ein Abbauprogramm auf das nächste folgt, bevor die Folgen des vorherigen überhaupt bewältigt sind. Für Rosenfeld bedeutet das: Er muss den nächsten Einschnitt rechtfertigen, während der vorherige in der Belegschaft noch nachwirkt.
Was aus Rosenfelds Sicht zählt, ist das für 2030 gesteckte Ergebnisziel. Ob und wie er die Kritik der IG Metall in die weitere Umsetzung einbezieht, ist bislang nicht bekannt.