Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares prüft den Verkauf ihrer portugiesischen Tochter Efacec. Der Auftragsbestand des Elektrotechnikunternehmens ist seit Jahresbeginn 2026 auf mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Das entspricht etwa dem Vierfachen des Umsatzes aus dem Jahr 2025.
Für Mutares ist ein solcher Schritt Teil des Geschäftsmodells: Das Unternehmen kauft angeschlagene oder unterbewertete Firmen, baut sie operativ neu auf und veräußert sie, sobald sich der Wert zeigt. Bei Efacec, im November 2023 übernommen, scheint dieser Punkt nach gut drei Jahren erreicht.
Wofür Mutares mit Efacec steht
Efacec hat seinen Hauptsitz in Porto und verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 75 Jahre industrielle Erfahrung. Rund 1.660 Beschäftigte arbeiten für das Unternehmen, das Kunden in über 70 Ländern mit Transformatoren, Verteiltransformatoren und Ausrüstung für den Bahnsektor versorgt.
Mit der Übernahme im November 2023 reihte sich Efacec in das typische Mutares-Portfolio ein: ein Industriebetrieb mit technischer Substanz, der durch gezielte Restrukturierung wieder wachstumsfähig gemacht werden sollte. Drei Jahre später liefert das Unternehmen Zahlen, die diesen Ansatz zu bestätigen scheinen.
Wie der Auftragsbestand den Verkauf befeuert
In den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 kam Efacec auf einen Umsatz von 229 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA lag bei 34 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit Umsatzerlösen zwischen 320 und 335 Millionen Euro sowie einem EBITDA zwischen 45 und 55 Millionen Euro.
- Das Umsatzwachstum gegenüber 2025 soll bei mehr als 20 % liegen.
- Das EBITDA soll um mehr als 55 % gegenüber dem Vorjahr zulegen.
- Für den adressierbaren Markt für Netzausrüstung und Bahntechnik wird ein jährliches Wachstum von rund einem Achtel erwartet.
- Die Mutares-Aktie stieg nach der Ankündigung um rund 4,5 % auf 27,40 Euro.
Bei diesem Kurs lag der Börsenwert von Mutares bei rund 676 Millionen Euro. Die Marktreaktion zeigt, wie stark Anleger den möglichen Exit als Bestätigung der bisherigen Strategie werten.
Was als Nächstes für Efacec ansteht
Nach Angaben des Unternehmens strebt Efacec mittelfristig einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro und ein EBITDA von mehr als 100 Millionen Euro an. Der aktuelle Auftragsbestand stammt überwiegend aus Europa, während Nordamerika als Markt deutlich zulegt.
Mutares hat strategische Exit-Optionen für Efacec geprüft, mit Fokus auf das Jahr 2027. Ob der Verkauf tatsächlich zustande kommt und wer als Käufer infrage kommt, ist bislang offen.