Mit 442 Startup-Gründungen seit 2014 zählt Oberösterreich mittlerweile zu den etablierten Standorten der österreichischen Gründerszene. Das Bundesland hat sich damit zu einem eigenständigen Gegenpol zur Industrietradition der Region entwickelt.
Platz im Ländervergleich
Im Vergleich der Bundesländer bleibt Wien mit 46,5 % aller österreichischen Gründungen weiterhin der mit Abstand größte Standort. Die Steiermark folgt mit rund jeder achten Gründung knapp vor Oberösterreich. Innerhalb der oberösterreichischen Szene liegt der Anteil von Scaleups bei 9,1 %, jener von Spinoffs aus Hochschulen und Unternehmen bei 15,9 % aller Gründungen.
Kapital für Wachstum
Mehrere Unternehmen aus der Region haben in der jüngeren Vergangenheit bedeutende Finanzierungsrunden abgeschlossen. So sammelte Storyblok vor Kurzem 80 Millionen US-Dollar ein und wird von Analysten bereits als Soonicorn eingestuft, also als Unternehmen kurz vor dem Milliarden-Status.
Der Energie-Technologieanbieter neoom holte sich 2023 in einer Series-B-Runde 25 Millionen Euro und weist laut eigenen Angaben inzwischen einen neunstelligen Umsatz aus. Das Loyalty-Unternehmen hello again erreicht über seine Kundenbindungs-Apps mehr als 16 Millionen Nutzer und zählt über 1.000 Unternehmenskunden.
Verkäufe mit Millionenwert
Der Standort zeigt sich auch bei Übernahmen erfolgreich. Der Haustier-Tracker-Anbieter Tractive wurde 2026 an das italienische Unternehmen Bending Spoons verkauft. Der Kaufpreis wird auf 900 Millionen US-Dollar geschätzt, eine offizielle Bestätigung der Summe steht aber noch aus. Bereits früher hatte Adidas die Fitness-App Runtastic für 220 Millionen Euro übernommen. Auch das KI-Unternehmen Emmi AI ging 2026 an den französischen Anbieter Mistral, wobei Brancheninsider den Kaufpreis auf einen dreistelligen Millionenbetrag schätzen.
Ungleiche Gründerquote
Ein Schwachpunkt bleibt die Gründerinnenquote: Nur etwa jede 13. Gründung in Oberösterreich geht auf eine Frau zurück. Die Zahl zeigt, dass der Aufschwung der Startup-Szene im Bundesland bislang vor allem von männlich geführten Unternehmen getragen wird.