Agenda Software aus Rosenheim erhielt die Auszeichnung Innovator des Jahres 2026 . Den Ausschlag gab eine eigene Künstliche-Intelligenz-Lösung, mit der das Unternehmen seine Softwareentwicklung beschleunigt und kostengünstiger gemacht hat.
Preis für KI-Lösung
Das Nominierungskomitee der Auszeichnung hob hervor, dass die KI-Lösung von Agenda unabhängig von bekannten großen Sprachmodellen arbeitet. Statt auf fertige Systeme großer Anbieter zu setzen, entwickelte das Unternehmen seinen eigenen Ansatz für die Softwareentwicklung. Durch die neu eingeführten KI-Entwicklungsprozesse steigerten die betroffenen Einheiten bei Agenda laut Nominierungskomitee ihren Output.
Weg vom Rechenzentrum
Die Geschichte von Agenda reicht bis 1984 zurück, als das Unternehmen unter dem Namen Agenda Informationssysteme gegründet wurde. Schon 1986 brachte Agenda mit DATASS die DATEV-Erfassung auf den Standard-PC. Zuvor hatten Mitarbeiter in Steuerkanzleien Geschäftsvorfälle Mitte der 1980er-Jahre noch von Hand berechnet und die Ergebnisse an einem zentralen Spezialrechner erfasst.
2010 folgte das erste Online-Angebot für die Datensicherung im eigenen Rechenzentrum. 2019 begann Agenda mit der Entwicklung von Agito, einem cloudnativen System auf Basis von Microsoft Azure. Heute nutzen nach Angaben des Unternehmens rund 380.000 Personen die Software von Agenda.
Eigene KI statt fremder Modelle
Der Fachkräftemangel in Steuerkanzleien und im Rechnungswesen bildet den Hintergrund für diesen Kurs. Laut einer Erhebung des ifo Instituts aus Juli 2025 berichteten 64,7 % der Rechts- und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer von fehlenden Fachkräften. Nach einer Untersuchung von PwC aus dem Jahr 2026 können 60 % der Verantwortlichen im Finanz- und Rechnungswesen regulatorische Anforderungen wegen Personalmangels nur mit Mühe erfüllen.
Nach dieser Erhebung erhofft sich etwa jeder Dritte von vier Verantwortlichen im Finanz- und Rechnungswesen Entlastung durch Künstliche Intelligenz. Bislang haben jedoch erst 4 % ihre Accounting-Prozesse umfassend auf KI ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund steht die Entscheidung von Agenda, eine eigene KI-Lösung statt eines zugekauften Systems zu entwickeln.
Mehr Zeit für Analyse
Nach einer Erhebung der KfW brachten im untersuchten Dreijahreszeitraum 41 % der mittelständischen Unternehmen mindestens eine Innovation hervor. Agenda Software zählt damit zu einer Minderheit von Mittelständlern mit einem eigenen KI-Projekt.