In München haben Generali Deutschland und die WirtschaftsWoche zum fünften Mal den Sustainable Impact Award vergeben.
Fünf mittelständische Unternehmen erhielten die Auszeichnung für nachhaltiges Handeln in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung: die Cornelsen Group, die ELSCHUKOM GmbH, Abnoba, die CWS Workwear International GmbH und die ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH. Der Preis würdigt damit nicht einzelne Personen, sondern Geschäftsmodelle, die Ökonomie und Ökologie zusammendenken.
Generali Deutschland selbst verwaltet nach eigenen Angaben Beitragseinnahmen von rund 15 Milliarden Euro im Berichtsjahr und positioniert den Award als Teil seiner Mittelstandsstrategie.
Kreislauf statt Wegwerfen
Die CWS Workwear International GmbH aus Offenbach besteht seit 1899 und wurde für ihr Konzept „Impact of Corporate Sustainable Governance“ ausgezeichnet. Statt Arbeitskleidung zu verkaufen, bietet das Unternehmen sie als Servicemodell an: Kleidung wird gewartet, gereinigt und wiederverwendet, statt nach kurzer Nutzung im Müll zu landen.
Auch die Auktionsplattform RESTLOS, die in der Kategorie Impact on Earth antrat, setzt auf Wiederverwendung. Möbel, Technik und Maschinen werden versteigert statt entsorgt; nach eigenen Angaben erreicht das Unternehmen eine Wiederverwendungsquote von über 98 Prozent. Zu den prominentesten Objekten zählten Möbel und Maschinen aus dem Olympischen Dorf von Paris 2024.
Technologie gegen Schadstoffe
Die Essener Cornelsen Group gewann den Preis in der Kategorie Impact on Earth mit einer patentierten Technologie namens PerfluorAd, die gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut UMSICHT entwickelt wurde. Sie entfernt Mikroschadstoffe wie PFAS aus Wasser, ein Problem, das viele Industriezweige beschäftigt.
Einen anderen Ansatz verfolgt das Stuttgarter Start-up Abnoba, gegründet 2024. Es entwickelt KI-Systeme, die Materialien in Recyclinganlagen automatisch erkennen und sortieren. Dafür erhielt Abnoba den NewComer EnterPrize, einen Sonderpreis für junge Unternehmen mit bis zu 30 Mitarbeitenden in Bereichen wie Energie- und Ressourceneffizienz.
Wachstum mit Verantwortung
Dass Nachhaltigkeit auch in der Schwerindustrie funktioniert, zeigt die ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH aus Sachsen. Die Feralpi Group zählt zu den führenden Stahlherstellern Europas und erzielte einen Umsatz von etwa 1,7 Milliarden Euro. Im Werk Riesa wird Stahlschrott im Elektrolichtbogenofen eingeschmolzen und zu neuen Baustahl-Produkten verarbeitet, ein Verfahren, das deutlich weniger Rohstoffe verbraucht als die klassische Stahlproduktion.
Die ELSCHUKOM GmbH aus Thüringen, Spezialist für Feindrahttechnologie, erhielt den SME EnterPrize. Dieser Sonderpreis würdigt Unternehmen mit einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie und bis zu 250 Mitarbeitenden. ELSCHUKOM nutzt erneuerbare Energien im eigenen Firmengebäude und betreibt zusätzlich ein Biotop mit Flächen für Vogel- und Insektenschutz.
Was die Gewinner verbindet
Vom Traditionsunternehmen bis zum jungen Start-up zeigen die Preisträger, dass nachhaltige Geschäftsmodelle in sehr unterschiedlichen Branchen entstehen können: in der Arbeitskleidung, im Stahlbau, in der Wasseraufbereitung und im Recycling.
Der Sustainable Impact Award wurde insgesamt in drei Hauptkategorien sowie zwei Sonderkategorien vergeben, in der Kategorie Impact on Earth gingen dabei zwei zweite Plätze an weitere Unternehmen aus der Branche.