Alexander Kornell, reebuild-Gründer und Geschäftsführer, hat sich vorgenommen, Bauunternehmen von Papierordnern und Excel-Tabellen zu befreien. Mit seinem 2022 gegründeten Wiener Startup automatisiert er administrative Abläufe mit Künstlicher Intelligenz. Jetzt hat reebuild eine Seed-Finanzierungsrunde über 3 Millionen Euro abgeschlossen.
Ergebnisse für Kunden
Kornell führt reebuild gemeinsam mit Mitgründer Matteo Cimadom. Kunden wie Pittel+Brausewetter und die 3SI Immogroup setzen bereits auf die Plattform. Nach Angaben des Unternehmens verkürzt sich die Bearbeitung einer Rechnung von mehr als 20 Minuten auf rund drei Minuten, die Zeit von Eingang bis Genehmigung sinkt von fünf Tagen auf anderthalb Tage.
Kunden berichten laut reebuild zudem über Einkaufskosten, die bis zu 20 % niedriger ausfallen. Die Software wird in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.
Weg zum Startup
Kornell und Cimadom stammen aus Unternehmerfamilien der Baubranche. Dieser Hintergrund habe die Gründung von reebuild im Jahr 2022 geprägt. In der frühen Phase erhielt das Startup Förderung von den österreichischen Behörden aws und FFG.
Mitgründer war zunächst auch Paul Lind, der die Geschäftsführung bis Mai 2026 innehatte, bevor er zum amerikanischen Raumfahrtunternehmen CesiumAstro wechselte und dort zum Direktor für Geschäftsentwicklung und Strategie aufstieg.
Die prägende Entscheidung
Kornell habe sich entschieden, nicht nur einzelne Dokumente zu digitalisieren, sondern ein sogenanntes Agentic Backoffice zu entwickeln. Dabei übernehmen KI-Agenten eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Die Vision dahinter: Der administrative Aufwand in Bauunternehmen soll langfristig gänzlich entfallen.
Mit der aktuellen Seed-Runde, angeführt von Fortino Ventures und unterstützt von Rise PropTech und CuriosityVC, soll genau dieser Weg nun ausgebaut werden.
Mindset im Alltag
Investor Wouter Goossens von Fortino Ventures begründet sein Engagement mit der Gründungsmannschaft, deren Wurzeln direkt in der Bauindustrie liegen. Fortino Ventures hat in über zehn Jahren bereits mehr als 45 Start-ups finanziert und sieht laut Goossens jetzt den richtigen Zeitpunkt, um Backoffice-Prozesse in Bauunternehmen mit Software und Künstlicher Intelligenz zu automatisieren.
Für Kornell bedeutet das: Künftige Entwicklungsschritte sollen eng am Bedarf etablierter Baubetriebe ausgerichtet bleiben, statt Technologie um ihrer selbst willen zu bauen.
Nächste Schritte
Mit dem frischen Kapital will reebuild neue KI-Module für den kaufmännischen Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung entwickeln, darunter einen automatisierten Prozess für Ausgangsrechnungen. Das Wiener Büro soll personell aufgestockt werden.
reebuild ist derzeit in Deutschland und Österreich etabliert und plant nach eigenen Angaben die Expansion in weitere europäische Länder wie Italien und Polen.