Nur 24 % der deutschen Startups schaffen den Sprung von der Seed- zur Series-A-Finanzierung. Zu diesem Ergebnis kommt der Wagniskapitalgeber Antler, der dafür Finanzierungsrunden von Startups untersucht hat, die seit 2015 gegründet wurden.
Nur 24 % schaffen den Sprung zur Series A
Antler wertete dafür 27.602 Finanzierungsrunden von mehr als 3.000 Startups aus, die zwischen 2015 und 2026 gegründet wurden. Besonders deutlich zeigt sich die Hürde beim Jahrgang 2025: Von 3.568 neu gegründeten Startups erreichten nur 71 die Series A – auf jedes Unternehmen, das den Sprung schaffte, kamen damit rund 50 Neugründungen.
Die Zahlen zeigen zugleich, dass die Finanzierungssummen in der Seed-Phase deutlich gewachsen sind. Lag die mediane Seed-Runde 2015 noch bei 510.000 Euro, liegt sie inzwischen bei 4,3 Millionen Euro. Trotzdem ist der Weg zur nächsten Runde für viele Gründerteams kein Selbstläufer geblieben.
Im europäischen Vergleich steht Deutschland laut Antler nicht schlecht da: Für den Startup-Jahrgang 2022 liegt die Series-A-Konversionsrate hierzulande bei 18,9 % und damit vor anderen großen europäischen Märkten. Allerdings sind die Konversionsraten in ganz Europa seit dem Höhepunkt der Jahre 2019 und 2020 gesunken.
Fünf Erfolgsfaktoren erhöhen die Quote auf 51 %
Antler hat aus den Daten fünf Faktoren identifiziert, die über den Erfolg eines Series A Startups entscheiden. Erfüllt ein Unternehmen alle fünf Kriterien, steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Series A zu erreichen, auf 51,1 % – mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt.
Zu den Faktoren zählen laut der Analyse unter anderem das Timing zwischen den Finanzierungsrunden und die Höhe der eingesammelten Summen. Beides lässt sich aus den Daten konkret beziffern.
Timing und Volumen entscheiden über den Erfolg
Schließt ein Team die Seed-Finanzierung binnen sechs Monaten nach der Pre-Seed-Runde ab, liegt die Chance auf eine spätere Series A laut Antler bei 47,2 %. Wartet ein Team dagegen mehr als zwei Jahre zwischen Pre-Seed und Seed, sinkt die Quote auf nur noch 16,3 %.
Auch das Volumen der Pre-Seed-Finanzierung spielt eine Rolle: Bei einer bestimmten Größenordnung liegt die spätere Series-A-Quote bei 48 %. In der Seed-Runde zeigt sich ein ähnliches Muster: Wer mindestens zwei Millionen Euro einsammelt, erreicht mit 44,2 % Wahrscheinlichkeit die Series A. Bei weniger als einer halben Million Euro gelingt dies dagegen nur noch jedem zehnten Startup.
- Typische Series-A-Finanzierungen bewegen sich laut Antler zwischen rund 10 und 14 Millionen Euro.
- Der Median der Zeitspanne zwischen Seed und Series A liegt bei 21,5 Monaten.
- Bei jüngeren Startup-Jahrgängen ist dieser Zeitraum auf rund 30 Monate gestiegen.
- 2025 wurden in Deutschland so viele Startups gegründet wie nie zuvor seit Erfassungsbeginn.