Zu ihrem 90. Geburtstag würdigen eine Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek und ein ORF-Programmschwerpunkt ihr Lebenswerk. Im Mittelpunkt steht eine Haltung, die bis heute als Vorbild gilt: Kindern die Wirklichkeit nicht zu beschönigen.
Wofür Nöstlinger stand
In den 1970er Jahren initiierte Nöstlinger eine antiautoritäre Bewegung in der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur. Sie brach damit mit der Vorstellung, dass Kinderbücher Konflikte, Armut oder Streit ausblenden müssten. Ihre Werke wurden vielfach übersetzt und verfilmt, was ihre Wirkung weit über Österreich hinaustrug.
Der Weg zum Debüt
In den folgenden Jahrzehnten schrieb sie mehr als 150 Bücher . Diese Produktivität und die thematische Konsequenz ihrer Bücher machten sie zu einer der prägendsten Stimmen der deutschsprachigen Kinderliteratur.
Die prägende Entscheidung
Nöstlingers zentrale Entscheidung war, Kindern in ihren Texten keine geschönte Welt vorzusetzen, sondern Alltag, Widersprüche und Zumutungen ernst zu nehmen. Diese Haltung trug die antiautoritäre Bewegung, die sie mitbegründete, und unterschied ihre Bücher von vielen Werken ihrer Zeit. Sie prägte damit eine ganze Generation von Autorinnen und Autoren, die nach ihr kamen.
Nachlass und Ausstellung
Seit 2025 liegt Nöstlingers Nachlass an der Österreichischen Nationalbibliothek. Das Literaturmuseum zeigt dazu die Foyer-Ausstellung Fliegende Katzen im Gemeindebau. Christine Nöstlinger – Pionierin der Kinderliteratur mit ausgewählten Objekten aus diesem Bestand. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Verfilmungen ihres Werks
Auch auf der Leinwand und im Fernsehen lebte ihr Werk weiter: Regisseurin Heide Pils brachte 1994 den Fernsehfilm Eine Dicke mit Taille heraus, vier Jahre später inszenierte Andreas Prochaska den Kinderkrimi Die 3 Posträuber nach ihrer Vorlage.
2022 entstand mit Geschichten vom Franz von Johannes Schmid die jüngste Romanverfilmung aus ihrem Werk.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.