Dagmar Eigner-Stengg steht seit 22 Jahren an der Spitze des GründerCenters der Steiermärkischen Sparkasse. In dieser Zeit hat die Einrichtung Gründerinnen und Gründer betreut und sie bei der Finanzierung ihrer Vorhaben unterstützt.
Wofür sie steht
Als Eigner-Stengg ihre Arbeit beim GründerCenter begann, war der Begriff Start-up nach eigener Darstellung kaum verbreitet. Heute sieht sie die Steiermark als Standort mit einer aktiven Gründerszene und einem professionellen Ökosystem.
Das GründerCenter wurde vor 25 Jahren gegründet und hat seither 15.000 Gründerinnen und Gründer betreut sowie 400 Millionen Euro an Finanzierung in junge Unternehmen fließen lassen. Das Unternehmen versteht sich dabei ausdrücklich nicht als gemeinnützige Organisation, wie Oliver Kröpfl betont – das GründerCenter bietet Gründern Expertise, Netzwerk und Finanzierungsinstrumente auf kommerzieller Basis an.
Der Weg dorthin
Der Aufbau des GründerCenters fiel in eine Zeit, in der Gründungsförderung in dieser Form neu war. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich daraus eine feste Struktur entwickelt, die heute zahlreiche Gründungen begleitet hat. Ein Beispiel dafür ist das vor zehn Jahren in Graz gegründete Start-up Arivo, das Parkwesen durch die Kombination von Hardware und Software digitalisiert.
Die prägende Entscheidung
Nach Einschätzung von Eigner-Stengg hängt eine erfolgreiche Gründung vor allem von der Qualität der Idee ab. Erfolgreiche Gründer brauchen aus ihrer Sicht zudem Mut, Durchhaltevermögen und ein klares Ausstiegsszenario, falls ein Vorhaben scheitert. Diese Haltung prägt bis heute die Arbeit des GründerCenters und unterscheidet es von reiner Förderbürokratie.
Das Mindset im Alltag
Im Alltag zeigt sich diese Haltung auch in der Einschätzung von Oliver Kröpfl, der beobachtet, dass Start-ups die Chancen im B2B-Bereich häufig unterschätzen und jene im B2C-Bereich überschätzen. Diese Erfahrung fließt in die Beratung des GründerCenters ein, das Gründerinnen und Gründern hilft, ihre Geschäftsmodelle realistisch einzuschätzen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Wie weit ein einzelnes Projekt reichen kann, zeigt Arivo: Das Grazer Unternehmen hat inzwischen mehr als 1.200 Projekte erfolgreich abgewickelt und sogar die Tiefgarage der Steiermärkischen Sparkasse selbst modernisiert.