Die Genehmigung für einen eigenen Teststand beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ließ auf sich warten – ganze drei Jahre vergingen, bis ein Behördenangebot dafür vorlag. Daniel Metzler und seine Mitgründer warteten nicht, sondern testeten ihre Raketentriebwerke in einem Kuhstall im Landkreis Altötting. Heute steht sein Unternehmen Isar Aerospace für ein Projekt im dreistelligen Milliardenbereich – und Daniel Metzler Mindset gilt vielen als Beispiel für unternehmerische Beharrlichkeit.
- Drei Jahre Bürokratie-Wartezeit, gelöst mit einem Kuhstall als Teststand
- Gründung von Isar Aerospace 2018 mit Josef Fleischmann und Markus Brandl
- Weg über die TU München, die studentische Gruppe WARR und die ESA-Inkubation
- Aktuell ein Vorhaben im dreistelligen Milliardenbereich und ein neuer Anlauf für den Spectrum-Testflug
Wofür Daniel Metzler steht
Metzler beschreibt sein Unternehmen selbst als eine Art Weltraum-Taxiunternehmen: Isar Aerospace entwickelt Raketen, die Lasten günstiger ins All bringen sollen, damit Satellitensysteme insgesamt erschwinglicher werden. Den Hauptnutzen der Raumfahrt sieht er darin, das Leben auf der Erde zu verbessern. Das Projekt gilt als Beispiel für deutsches Hightech-Potenzial in einem Feld, das auch geopolitisch und rüstungspolitisch als bedeutend gilt.
Der Weg dorthin
Metzler absolvierte sein Bachelorstudium Maschinenbau an der Technischen Universität Wien und war in der studentischen Gruppe WARR an der TU München aktiv, wo er ein 40-köpfiges Team leitete und mit Kommilitonen eine Höhenforschungsrakete entwickelte. Mit Kommilitonen gewann er zudem die NASA/DLR Aircraft Design Challenge und präsentierte das Flugzeugkonzept bei der NASA. 2017 entstanden aus der WARR erste Ideen für eine Ausgründung im Raketentechnik-Bereich. Vor der eigentlichen Firmengründung 2018 wurde Isar Aerospace in das Business Incubation Center der ESA aufgenommen, wo die Gründer erste Prototypen von Triebwerkskomponenten fertigten und testeten. Das Startup nutzte zudem das Netzwerk und die Risikokapital-Partner der UnternehmerTUM.
Die prägende Entscheidung: der Kuhstall statt das Warten
Weil sich das Verfahren für einen offiziellen Teststand beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt über drei Jahre hinzog, entschied sich das Gründerteam gegen das Abwarten. Stattdessen testete es seine Triebwerke in dieser Zeit in einem Kuhstall im Landkreis Altötting. Die Episode zeigt, wie Metzler mit bürokratischen Hürden umgeht: Er sucht einen pragmatischen Weg, statt den Zeitplan an die Behörde zu knüpfen.
Das Mindset von Daniel Metzler im Alltag
Dieses pragmatische Daniel Metzler Mindset zeigt sich auch beim Umgang mit Rückschlägen. Beim Erstflug der Trägerrakete Spectrum am 30. März 2025 fiel die Lageregelung nach etwa 30 Sekunden aus, die Rakete stürzte ins Meer. Beim zweiten Versuch brach das Team den Countdown kurz vor der geplanten Triebwerkszündung ab: Ein nicht autorisiertes Boot war in die maritime Sicherheitszone vorgedrungen, sodass sich das nur 15 Minuten lange Zeitfenster zwischen 21:00 und 21:15 Uhr nicht mehr nutzen ließ. Die Rakete blieb dabei unbeschädigt auf der Startrampe stehen. In der Raumfahrtbranche gilt ein solcher Abbruch nicht als technischer Fehlschlag, sondern als Beleg für funktionierende Sicherheitssysteme. Metzler führt zudem Industrieanfragen zum Kauf von Raketentriebwerken auf den guten Ruf der TU München zurück – ein Hinweis darauf, wie wichtig ihm Netzwerk und Reputation für den Unternehmensaufbau sind.
Was Daniel Metzler als Nächstes vorhat
Laut Berichten plant Isar Aerospace ein Projekt im dreistelligen Milliardenbereich. Vor einem erneuten Startversuch der Spectrum-Rakete muss das Unternehmen zunächst neue Sperrzonen bei norwegischen Behörden beantragen und rechtzeitig Warnungen für Schifffahrt und Luftverkehr herausgeben. Als primäres Missionsziel des nächsten Fluges nennt das Team unter Metzlers Leitung die Validierung kritischer Bodensysteme und automatisierter Betankungsprozesse unter realen Bedingungen. An Bord sollen dann unter anderem universitäre Kleinsatelliten der TU Berlin und der TU Wien sowie der norwegische Satellit FramSat-1 fliegen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.