David Ellison hat mit der Übernahme von Warner Brothers für etwa 110 Milliarden Dollar einen der größten Deals der Mediengeschichte besiegelt. Aus dem Zusammenschluss von Paramount und Warner Bros. Discovery entsteht der neue Konzern Skydance. Als Konzernstratege prägt David Ellison nun die Richtung eines Unternehmens, das Filmreihen wie Mission Impossible, Star Trek, Batman, Superman und Harry Potter unter einem Dach vereint.
Wofür steht David Ellison mit diesem Deal?
David Ellison ist Filmproduzent und Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison. Bekannt wurde er unter anderem als Produzent des zweiten Top-Gun-Films. Mit der Übernahme von Warner Bros. steigt er vom Produzenten zum Lenker eines der größten Medienkonzerne der Welt auf. Die Familie Ellison hält an Skydance den größten Anteil und kontrollierte bereits zuvor Paramount.
Der Weg vom Produzenten zum Konzernlenker
Die Ellison-Familie übernahm Paramount rund ein Jahr vor dem Warner-Deal. Von dieser Basis aus trieb David Ellison die Übernahme von Warner Bros. Discovery voran, die am 6. Oktober 2026 abgeschlossen wurde.
Warner-Aktionäre erhielten dabei 31,02 US-Dollar je Aktie in bar; vereinbart waren ursprünglich 31 US-Dollar, die Differenz ergab sich aus einer Zusatzgebühr für Verzögerungen nach dem 30. September. Das Gesamtvolumen der Übernahme inklusive übernommener Schulden liegt bei rund 110 Milliarden Dollar, der neue Konzern trägt dafür eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar.
Für das operative Geschäft holte sich David Ellison kurz vor Dealabschluss Ynon Kreiz an die Seite, zuvor Vorstandschef des Spielzeugherstellers Mattel. Die Aufgabenteilung ist klar: David Ellison verantwortet die Strategie, Ynon Kreiz das Tagesgeschäft.
Welche Entscheidung ihn prägte?
Dass David Ellison den Deal trotz eines monatelangen Bieterstreits durchzog, gilt als seine prägendste unternehmerische Entscheidung. Netflix wollte Warner Bros. ursprünglich übernehmen, stieg aber aus dem Rennen aus.
Zwölf US-Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens versuchten zudem mit einer Kartellklage, den Zusammenschluss zu stoppen. Nach einem Vergleich verpflichtete sich Skydance, über fünf Jahre jährlich mindestens 30 Filme in US-Kinos zu bringen und zusätzlich 1,5 Milliarden Dollar in US-Produktionen zu investieren.
- In den ersten zwei Jahren sollen mindestens 30 Filme pro Jahr ins Kino kommen
- In den drei Jahren danach steigt die Quote auf 32 Filme pro Jahr
- Pro fehlendem Film unter der Quote wird eine Strafzahlung von 30 Millionen Dollar fällig
- Anlegern wurden Kosteneinsparungen von sechs Milliarden Dollar binnen drei Jahren versprochen
Das Mindset hinter der Fusion
Statt die Streamingdienste getrennt nebeneinander laufen zu lassen, setzt David Ellison erkennbar auf Bündelung: Paramount+ und HBO Max sollen langfristig in einem gemeinsamen Angebot aufgehen. Die Zusammenlegung kündigte er bereits im März 2026 an.
Kombiniert kommen beide Dienste nach Angaben von Skydance auf rund 200 Millionen Abonnenten. Paramount+ ist seit Ende 2022 in Deutschland verfügbar, HBO Max kam erst am 13. Januar 2026 auf den deutschen Markt.
Auch beim heiklen Thema redaktionelle Unabhängigkeit zeigt sich ein Muster: Paramount versprach ein unabhängiges Aufsichtsgremium für den Sender CNN, Mark Thompson soll dort weiter als Chefredakteur arbeiten.
Ein Journalistengremium soll künftig über die Unabhängigkeit von CNN und CBS wachen – ein Zugeständnis, das zeigt, wie sehr David Ellison politische Empfindlichkeiten in seine Strategie einrechnet. Sein Vater Larry Ellison gilt als Unterstützer von Donald Trump.
Was als Nächstes kommt
Die nächste sichtbare Etappe ist die technische und organisatorische Zusammenführung von Paramount+ und HBO Max zu einem gemeinsamen Streamingdienst. Parallel muss sich David Ellison an den vereinbarten Filmquoten messen lassen, die über Jahre hinweg jährlich erfüllt werden müssen. Ob die versprochenen Kosteneinsparungen fristgerecht erreicht werden, dürfte zum nächsten Gradmesser für seinen Führungsstil an der Spitze von Skydance werden.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.