Die Zusage trifft einen Markt, der international gerade einen Rekord an Investitionen verzeichnet und zunehmend auch staatliches Kapital anzieht.
Bärs Zusage: 2,9 Milliarden Euro für die Biotech-Branche
Deutschland zählt rund 1.020 Biotech-Unternehmen mit etwa 56.000 Beschäftigten, die zusammen rund 12 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaften.
Die Altersforschung gilt dabei längst nicht mehr als Nischenthema. Weltweit haben sich die Investitionen in diesem Bereich innerhalb weniger Jahre vervielfacht und ziehen zunehmend auch staatliches Kapital an.
Der Boom, in den die Förderung trifft
Die globalen Investitionen in Longevity-Biotech stiegen von 4,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf einen Rekordwert von 18,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Im ersten Halbjahr 2026 kamen bereits über 12 Milliarden US-Dollar hinzu, der Trend beschleunigt sich also weiter.
Eine Umfrage der Bank of America unter vermögenden Anlegern zeigt, dass 94 % von ihnen ihre eigene Gesundheit aktiv optimieren. 92 % der Befragten betrachten Langlebigkeit demnach als wichtigen Faktor ihrer Vermögensplanung, nicht nur als privates Gesundheitsthema.
Was die Forschung über das Altern zeigt
Dass hinter dem Milliardenmarkt belastbare Wissenschaft steht, zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).
Sie wertete die DNA-Methylierung an rund 850.000 Stellen aus und fand zehn unterschiedliche gesunde Ernährungsstile, die jeweils mit langsamerem biologischem Altern verbunden waren, ohne dass eine Diät den anderen überlegen war. Besonders deutlich fiel der Zusammenhang laut der Studie bei Rauchenden aus.
Weitere Daten zeigen, wie stark Lebensstil und Einstellung das Altern beeinflussen:
- Die DZNE-Studie wertete DNA-Methylierungsmuster von 6.470 Teilnehmenden der Rheinland-Studie und rund 1.000 Teilnehmenden der EPIC-Potsdam-Studie aus.
- Mehr als 70 % der gefundenen Signalwege waren bei allen zehn untersuchten Ernährungsstilen gleich.
- Eine Meta-Analyse mit über 300.000 Personen brachte gute soziale Einbindung mit einer rund 50 % höheren Überlebenswahrscheinlichkeit in Verbindung.
- In der Harvard Study of Adult Development lebten Menschen mit positivem Altersbild im Schnitt gut sieben Jahre länger als jene mit negativem Altersbild.
- In einem Mäuseversuch der University of California, Berkeley, lebten mit dem Wirkstoff Semaglutid behandelte Tiere im Schnitt 834 statt 742 Tage.
Warum Bär auf Förderung statt Abwarten setzt
Dass es bei zehn verschiedenen Ernährungsstilen keinen eindeutigen Sieger gibt, passt zu einem Markt, der nicht auf eine einzelne Wundermethode setzt, sondern auf die Breite der Forschung. Genau in dieser Phase entscheidet sich Bär für eine langfristige Förderzusage statt für Zurückhaltung, während private Investoren weltweit bereits zweistellige Milliardenbeträge in den Sektor lenken.
Was der Trend für Anleger und Verbraucher bedeutet
Für Anleger und Verbraucher zeigt sich an den Zahlen der Bank-of-America-Umfrage, dass Langlebigkeit zunehmend als wirtschaftlicher Faktor gilt und nicht nur als Gesundheitsthema. Mit der zugesagten Förderung von rund 2,9 Milliarden Euro bis 2029 setzt Bär ein politisches Signal in einem Markt, der bereits ohne staatliches Geld stark wächst.