Die geplante Kürzung der E-Bus-Förderung auf etwa 130 Millionen Euro im Jahr 2027 trifft eine Branche, die gerade erst Fahrt aufnimmt. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und die Klima-Allianz Deutschland warnen vor Folgen für die Klimaziele im Busverkehr. Betroffen sind Hersteller und Kommunen.
Noch sind die Zahlen überschaubar: Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen und der Klima-Allianz Deutschland fahren derzeit rund 6.000 emissionsfreie Busse im deutschen Nahverkehr, das entspricht etwa 12 % der bundesweiten Linienbusflotte. Im vergangenen Jahr 2025 fuhr demnach fast jeder zweite neu zugelassene Linienbus bereits elektrisch.
Die Kürzung bedroht das EU-Klimaziel für Busse
Die EU schreibt vor, dass der Anteil emissionsfreier Busse bis 2030 auf mindestens 65 % steigen muss. Ein Ziel, das laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und Klima-Allianz Deutschland ohne verlässliche Förderung kaum zu erreichen ist, wenn der Zuschuss für neue Fahrzeuge so deutlich sinkt wie geplant.
Daimler Buses und MAN tragen das Risiko mit
Am deutschen Markt für E-Stadtbusse hängen laut PWC bis zu 12.600 Arbeitsplätze. Nach Einschätzung von PWC dominieren hierzulande vor allem Daimler Buses und MAN das Geschäft mit Elektrobussen, denn rund drei von vier der in Deutschland eingesetzten E-Busse kommen aus heimischer Produktion.
Eine schwächere Förderung trifft damit nicht nur Kommunen als Käufer, sondern auch heimische Hersteller und ihre Zulieferer, deren Auftragslage eng mit den Förderzahlen verknüpft ist.
Ein E-Bus kostet über zwölf Jahre 30 Prozent mehr
Laut Berichten kostet ein 2023 neu zugelassener Batteriebus über den gesamten zwölfjährigen Lebenszyklus rund 30 % mehr als ein vergleichbarer Dieselbus. Als Kostentreiber gelten vorwiegend zusätzliche Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Anschaffungskosten, die bei geringeren Reichweiten nötig werden. Die Kostenlücke zwischen Elektro- und Dieselbussen werde sich in den kommenden Jahren zwar etwas verringern, aber nicht vollständig schließen.
Rechenbeispiel: Was die Kürzung für die Förderquote bedeutet
Sinkt die Förderung wie geplant von 403 Millionen Euro auf 130 Millionen Euro, bleiben rund 273 Millionen Euro weniger übrig – ein Rückgang von knapp 68 %. Bei Mehrkosten von 30 % pro Batteriebus über den Lebenszyklus bedeutet das für Verkehrsbetriebe, dass ein größerer Teil dieser Zusatzkosten künftig ohne staatlichen Zuschuss finanziert werden muss.
Mannheim und Freiburg zeigen, wie weit die Umstellung schon ist
Wie groß die Unterschiede zwischen den Städten bereits sind, zeigt eine Auswertung der Deutschen Umwelthilfe: In Mannheim waren zum Jahreswechsel 60,6 % der Busflotte batterieelektrisch betrieben, in Freiburg 51,7 %. In den 39 größten deutschen Städten macht reiner Dieselantrieb dagegen noch etwa sieben von zehn Fahrzeugen aus. Mit Mildhybriden eingerechnet liegt die Quote nicht batteriebetriebener Busse bei 77 %.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.