Beim Verbund Venture Day 2026 machte sie deutlich, dass sich die Diskussion auf EU-Ebene und in Österreich aus ihrer Sicht in die falsche Richtung entwickelt.
Zehetner sieht in der EU Inc. eine mögliche europäische Antwort auf die amerikanische Delaware Inc., jenes Gesellschaftsmodell, das in den USA viele Gründer wegen seiner Flexibilität bevorzugen.
Hinter der Kritik steht ein zäher Prozess: Die EU-Kommission hatte ihren Entwurf zur EU Inc. im März 2026 vorgelegt. Der Rat der EU-Justizminister arbeitet seither an einem eigenen Vorschlag. Zehetner äußert sich dazu, ohne einzelne Verhandler direkt zu benennen.
Was Zehetner an der EU Inc. kritisiert
Für Zehetner geht es bei der EU Inc. nicht um ein Verwaltungsdetail, sondern um die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Start-ups gegenüber den USA. Sie sieht die Gefahr, dass zentrale Anliegen der ursprünglichen Initiative im laufenden Ratsverfahren verwässert werden. Konkrete Gegenmaßnahmen nennt sie dabei nicht, ihre Kritik bleibt eine grundsätzliche Standortbestimmung.
Warum sie die FlexCo für nicht ausreichend hält
Mit Blick auf die österreichische Rechtsform FlexCo, die seit ihrer Einführung als Erleichterung für Mitarbeiterbeteiligung gilt, zeigt sich Zehetner nur teilweise zufrieden. Sie bewertet die FlexCo als ersten Schritt, hält das Modell aber noch nicht für attraktiv genug, um Mitarbeiterbeteiligung im großen Stil praktikabel zu machen. Deshalb fordert sie neue steuerliche Regeln, die diese Beteiligungsform in der Praxis einfacher gestalten sollen.
Konkret spricht sich Zehetner für einen Beteiligungsfreibetrag bei Startup-Beteiligungen aus. Dieser soll Mitarbeitenden, die Anteile an ihrem Arbeitgeber erhalten, steuerliche Vorteile verschaffen und damit ein Instrument stärken, das in anderen Ländern längst etabliert ist.
Was Zehetner als Nächstes fordert
Zehetner benennt mehrere Baustellen, an denen sie ansetzen will, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene:
- Ein steuerlicher Beteiligungsfreibetrag soll Mitarbeiterbeteiligung an Start-ups attraktiver machen.
- Neue Steuerregeln sollen die praktische Umsetzung von Mitarbeiterbeteiligung erleichtern.
- Auf EU-Ebene sieht sie Handlungsbedarf unter anderem bei der Kapitalmarktunion.
- Österreich plant einen Dachfonds für die Startup-Finanzierung.
Den European Scaleup Fund bewertet Zehetner dagegen positiv und hebt ihn als Beispiel für funktionierende europäische Förderinstrumente hervor. Ihr Ziel bleibt ein Rahmen, der Start-ups in Österreich und Europa denselben Spielraum gibt wie Delaware-Gesellschaften in den USA.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.