Tech-Milliardär Elon Musk hat Verhandlungen über eine historische Zusammenlegung seiner beiden Vorzeigeunternehmen eingeleitet. Unabhängig voneinander agierende Gremien prüfen derzeit bei Tesla und SpaceX die Durchführbarkeit und die Konditionen einer potenziellen Megafusion. Da sich das Vorhaben noch in einer frühen Sondierungsphase befindet, ist ein finaler Beschluss bislang nicht gefasst worden.
Die geplante Strukturierung spiegelt Musks übergeordnete Vision wider, die technologischen Synergien innerhalb seines Imperiums systematisch zu bündeln. Triebfedern für diese Entwicklung sind bereits bestehende Kooperationen: Neben gemeinsamen Halbleiter-Projekten in der texanischen Fertigungsstätte Terafab kooperieren beide Konzerne im Sektor der künstlichen Intelligenz intensiv mit Musks spezialisiertem KI-Unternehmen xAI. Ein offizieller Zusammenschluss würde diese ohnehin weitreichende operative Verflechtung nun auch auf gesellschaftsrechtlicher Ebene final besiegeln.
Warum gilt die Fusion als Musks bislang größter Schachzug?
Die Dimension des Vorhabens ergibt sich aus den Zahlen: Tesla war am 16. Oktober 2026 rund 1,40 Billionen Dollar wert, SpaceX rund 1,98 Billionen Dollar – zusammen kommen beide Konzerne auf eine Marktkapitalisierung von etwa 3,38 Billionen Dollar.
Damit ist SpaceX inzwischen das wertvollere der beiden Unternehmen, obwohl Tesla börslich deutlich länger etabliert ist. Ein Zusammenschluss dieser Größenordnung wäre die gewichtigste Firmenfusion, die der Markt bislang gesehen hat.
Wirtschaftlich steht SpaceX derzeit glänzend da: Im dritten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 14,58 Milliarden Dollar, ein Plus von 161 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig: Das Super-Intelligence-Segment rund um KI-Infrastruktur erwirtschaftete allein 7,56 Milliarden Dollar und ist damit zum größten Geschäftsbereich von SpaceX aufgestiegen.
Wie ist es zu diesem Schritt gekommen?
Der Vorstoß kam laut Musk auf Wunsch von Aktionären zustande, die eine engere Verzahnung der beiden Konzerne anstoßen wollten. Die Verbindungen zwischen Tesla und SpaceX bestehen bereits seit Jahren und wurden zuletzt enger:
- Tesla investierte 2 Milliarden Dollar in xAI, was sich im Februar 2026 in rund 19 Millionen SpaceX-Aktien der Klasse A umwandelte, nachdem SpaceX xAI mit eigenen Aktien übernommen hatte.
- Tesla erzielte in der ersten Hälfte 2026 mit SpaceX Megapack-Batterie-Umsätze von 405 Millionen Dollar.
- Im zweiten Quartal 2026 verbuchte Tesla aus der xAI-Beteiligung einen Gewinn von rund 1 Milliarde Dollar.
- SpaceX ist seit Juni 2026 an der Börse notiert und erwarb im August 2026 zusätzlich das Unternehmen Cursor.
Diese wachsende wirtschaftliche Verflechtung gilt als Nährboden für die jetzt geprüfte Fusion. Für eine Umsetzung wäre jedoch die Zustimmung von mindestens 50 % aller ausstehenden Tesla-Anteile nötig – nicht nur der tatsächlich abgegebenen Stimmen. Das ist eine hohe Hürde: Ein Versuch, Teslas Verwaltungsrat 2025 zu reformieren, scheiterte mit nur 39,4 % Zustimmung. Musks eigener Stimmrechtsanteil liegt seit Juni 2026 bei etwa 20 %.
Was bedeutet das für Musks Mindset und die nächsten Schritte?
Diese Mischung aus Überzeugung und Zurückhaltung passt zu seinem Muster, große Umbauten anzukündigen, ohne sie vorschnell zu versprechen.
Parallel treibt er den Umbau von Tesla voran: Weg vom reinen Elektroauto-Hersteller, hin zu einem Anbieter von selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern – in einem Feld, in dem Tesla auf harte Konkurrenz trifft.
Bei SpaceX liegt der operative Fokus inzwischen stark auf dem Satelliteninternet-Dienst Starlink und auf KI-Rechenzentren. Für den nächsten Raketenflug, Flug 15, plant SpaceX bereits für Anfang November 2026 erstmals die Bergung sowohl des Super-Heavy-Boosters als auch der Starship-Oberstufe durch den Startturm.
Schlägt der Versuch fehl, soll bis Jahresende 2026 eine durchgehende Serie weiterer Flugversuche folgen, mit dem erklärten Ziel, Starship ab der ersten Jahreshälfte 2027 wöchentlich und bis Ende 2027 mehrfach pro Woche starten zu lassen.