Die Europäische Investitionsbank arbeitet an einem neuen Fonds für Tech-Start-ups, der die Start-up-Förderung in Europa auf eine neue Stufe heben soll. Das Fundraising für den zweiten Fonds der European Tech Champions Initiative (ETCI) befindet sich nach Angaben der Europäischen Investitionsbank bereits in der heißen Phase. Ein erstes formelles Closing soll noch im laufenden Jahr 2026 erfolgen.
Mit dem Vorhaben knüpft die Bank an eine Initiative an, die 2023 gestartet wurde. Damals kam ein erster ETCI-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 3,9 Milliarden Euro zustande, an dem sich Deutschland mit rund einer Milliarde Euro beteiligte. Der zweite Fonds soll deutlich größer ausfallen und zeigt, wie ernst die EU das Ziel nimmt, europäische Technologiekonzerne auf Augenhöhe mit US-Konkurrenten wachsen zu lassen.
Was steckt hinter dem neuen Fonds?
Angestrebt wird ein Fondsvolumen von bis zu 15 Milliarden Euro. Damit sollen nach Angaben der Europäischen Investitionsbank Gesamtinvestitionen von bis zu 80 Milliarden Euro in europäischen Wachstumsunternehmen ausgelöst werden – deutlich mehr, als der erste Fonds von 2023 bewegen konnte.
Erreicht werden sollen damit mehr als 1.500 Wachstumsunternehmen in Europa. Die Dimension macht deutlich, worum es der Initiative geht: Kapital für Tech-Start-ups in Europa zu bündeln, damit vielversprechende Firmen nicht wie bisher häufig auf US-amerikanisches oder asiatisches Wachstumskapital angewiesen sind.
Wie hoch ist Deutschlands Beteiligung?
Die Bundesregierung will sich nach Angaben des Bundesfinanzministeriums von Anfang an substanziell finanziell am neuen Fonds beteiligen, so wie bereits beim ersten ETCI-Fonds im Jahr 2023. Die genaue Höhe der deutschen Beteiligung steht derzeit noch nicht fest.
Beim ersten Fonds hatte sich Deutschland mit rund einer Milliarde Euro engagiert – ein gutes Viertel des damaligen Gesamtvolumens von 3,9 Milliarden Euro. Sollte sich dieses Verhältnis beim größeren zweiten Fonds wiederholen, würde das auf einen deutlich höheren deutschen Beitrag hindeuten als 2023.
Was bedeutet das für europäische Start-ups?
Für Gründerinnen und Gründer in Europa wäre ein erfolgreich geschlossener Fonds vor allem eines: mehr Zugang zu Wachstumskapital in einer Phase, in der Start-ups besonders viel Geld benötigen, um international zu skalieren. Genau an dieser Stelle verlieren europäische Firmen laut Einschätzung der Europäischen Investitionsbank bislang häufig den Anschluss an US-Konkurrenten.
Ob und wann der Fonds das angestrebte Volumen tatsächlich erreicht, hängt vom weiteren Fundraising ab. Das erste formelle Closing würde zeigen, wie viel institutionelles Kapital bereits zugesagt ist.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.