Franz Richter hat ein Unternehmen aufgebaut, das drei Jahrzehnte Bestand hatte. Als in seiner Familie keine Nachfolge bereitstand, entschied er sich für eine Unternehmensnachfolge durch Verschmelzung statt für eine Abwicklung. Das von ihm 1997 gegründete Augsburger Unternehmen INFOMAS Information Management Solutions schließt sich mit dem Meringer Systemhaus 8ITS zusammen.
Aus der Fusion entsteht ein regionales IT-Schwergewicht mit aktuell 22 Spezialisten. Geplant ist ein weiterer Ausbau der Belegschaft auf 25 Personen. Vor dem Zusammenschluss arbeiteten bei INFOMAS fünf Mitarbeitende, bei 8ITS waren es 17 Fachkräfte.
Zwei Wege, ein Ziel
INFOMAS war seit der Gründung 1997 ein kleines, spezialisiertes Team geblieben. 8ITS entstand erst 2015 und wuchs deutlich schneller zu einem Systemhaus mit 17 Fachkräften heran. Beide Unternehmen kannten den IT-Mittelstand im Großraum Augsburg und Mering aus eigener Erfahrung, bevor sie ihre Kräfte bündelten.
Die Ausgangslage von INFOMAS war typisch für viele Betriebe: In der Familie der Gründer stand niemand bereit, das Unternehmen weiterzuführen. Laut Zahlen des Verbands Creditreform ist das kein Einzelfall. 2002 zählte Deutschland noch 203.000 Übernahmegründungen, zuletzt sank die Zahl auf 58.500.
Die prägende Entscheidung
Statt das Unternehmen schrittweise auslaufen zu lassen, suchte Richter aktiv einen Partner für eine geregelte Nachfolge. Externe Übernahmen wie diese machen nach Angaben von Creditreform 29 % aller Unternehmensnachfolgefälle aus. Für die Integration vereinbarten beide Seiten eine zweijährige Übergangsphase.
Richter und sein Mitgründer bleiben während dieser zwei Jahre vollständig aktiv im Unternehmen. Diese Entscheidung sichert Kontinuität für Kunden und Mitarbeitende gleichermaßen, während die neue Struktur wächst.
Das Mindset im Alltag
Richter begründet seinen Schritt damit, dass sein Lebenswerk und die Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. Zugleich betont er, dass Kunden künftig ein spürbar verbessertes Angebot erhalten sollen – eine Haltung, die auf Weiterentwicklung statt bloßen Erhalt setzt.
Auch die Branchenzahlen sprechen für diesen Kurs: Nach Angaben von Creditreform verzeichneten gut gelungene Unternehmensübergaben im Median einen um 17 % höheren Umsatz als in den drei Jahren davor. Wer die Übergabe aktiv gestaltet, hält demnach nicht nur den Betrieb am Leben, sondern stärkt ihn.
Was als Nächstes kommt
Über die Schwestergesellschaft netGoose GmbH kann die fusionierte Gruppe künftig auf hauseigene, ISO-zertifizierte Cloud-Lösungen und Rechenzentren mit Standort in Deutschland zugreifen. Damit steht der neuen Einheit technische Infrastruktur zur Verfügung, die über das bisherige Angebot beider Einzelunternehmen hinausgeht.
Nach den Worten von Roman Mollenhauer ist mit dem Zusammenschluss ein Betrieb entstanden, der den IT-Mittelstand der Region aktiv in eine neue Zukunft führen soll. Mit dem geplanten Ausbau der Belegschaft setzt die Gruppe die von Richter eingeleitete Entwicklung fort.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.