Die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen in Deutschland ist von 53 % im Jahr 2015 auf 68 % im Jahr 2025 gestiegen. Damit ist die Generation 50+ heute so stark im Arbeitsmarkt vertreten wie selten zuvor. Viele bleiben nicht, weil sie müssen, sondern weil sie wollen.
Der Anstieg zeigt sich auch bei den noch Älteren: Unter den 65- bis 69-Jährigen stieg der Anteil der Erwerbstätigen im selben Zeitraum von 14 % auf 23 %. Damit arbeitet fast ein Viertel dieser Altersgruppe weiter, obwohl das gesetzliche Renteneintrittsalter in Deutschland seit 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben wird.
Der Weg dorthin: Zehn Jahre Wandel am Arbeitsmarkt
Der Anstieg verteilt sich nicht gleich auf alle Gruppen. Bei den 60- bis 64-Jährigen lag die Erwerbstätigenquote 2025 bei Männern bei 72 % und bei Frauen bei 63 %. Bei den 65- bis 69-Jährigen war es etwa ein Viertel der Männer, gegenüber 20 % bei Frauen.
Auch die Qualifikation macht einen Unterschied: Hochqualifizierte zwischen 60 und 64 Jahren kommen auf eine Erwerbsbeteiligung von 77 %, bei Geringqualifizierten derselben Altersgruppe sind es 52 %. Wer eine höhere Ausbildung hat, bleibt dem Arbeitsmarkt also deutlich länger treu.
Die Entscheidung, nach der Rente weiterzuarbeiten
Eine Umfrage aus dem Jahr 2024 zeigte: 53 % der Menschen über 50 Jahren wollten nach dem Renteneintritt weiterarbeiten, 62 % hielten sich selbst dafür in der Lage. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und oft nicht nur finanzieller Natur.
- 63 % der Befragten nannten finanzielle Gründe als Motiv für eine Weiterbeschäftigung.
- 56 % wollten vor allem weiterhin Kontakt mit anderen Menschen haben.
- Gut vier von zehn Befragten konnten sich schlicht nicht vorstellen, untätig zu sein.
- 33 % sahen in der Arbeit nach der Rente ein Mittel zur Selbsterfüllung.
- 25 % lehnten eine Weiterbeschäftigung nach Renteneintritt dagegen grundsätzlich ab.
Das Mindset im Alltag: Teilzeit statt Vollzeit
Wer weiterarbeiten möchte, denkt dabei selten an eine volle Stelle. Laut derselben Umfrage von 2024 bevorzugten 34 % der Befragten 11 bis 20 Wochenstunden, 25 % wollten nur 6 bis 10 Stunden arbeiten und etwa jeder sechste entschied sich für 21 bis 30 Stunden. Lediglich 12 % hätten noch einmal eine Vollzeitstelle angenommen.
Von denen, die nicht weiterarbeiten wollten, gaben 48 % gesundheitliche Probleme als Grund an, 32 % sahen schlicht keine Notwendigkeit dazu und fast jeder Dritte wollte den Ruhestand lieber ohne Berufstätigkeit genießen.
Was als Nächstes kommt
Für knapp 44 % der Erwerbstätigen ab 65 Jahren war die ausgeübte Tätigkeit 2025 die Haupteinnahmequelle. Rund 800.000 Menschen im Rentenalter lebten überwiegend von ihrem Arbeitseinkommen, für die Mehrheit von 54 % war es dagegen ein Zuverdienst neben Rente oder Vermögen.
Auffällig ist zudem, dass 30 % der Erwerbstätigen ab 65 Jahren selbstständig waren oder als mithelfende Familienangehörige arbeiteten – in der Gruppe der 60- bis 64-Jährigen war es etwa jeder Achte, über alle Erwerbstätigen hinweg sogar nur 8 %.
Die demografische Entwicklung macht die Generation 50+ für den Arbeitsmarkt zusätzlich wichtig: Prognosen zufolge wird die deutsche Arbeitskräftebilanz bis 2035 täglich um mindestens tausend Personen sinken. Erfahrung, Flexibilität bei der Arbeitszeit und die Bereitschaft, länger im Beruf zu bleiben, dürften damit für ältere Arbeitnehmer zu einem noch größeren Pluspunkt werden.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.