Hans-Peter Wild ist 85 Jahre alt und Eigentümer von Capri-Sun. Statt den Ruhestand zu genießen, übernimmt er wieder die operative Führung des Getränkeherstellers, nachdem er CEO Roland Weening mit Wirkung zum 18. September 2026 von seiner Position entbunden hat. Öffentlich wurde der Schritt am 25. September.
- Wild bleibt Verwaltungsratspräsident und übernimmt zusätzlich die operativen Aufgaben.
- Er ist seit 1973 im Familienunternehmen tätig und prägt Capri-Sun seit 50 Jahren.
- Jedes Jahr gehen weltweit über sechs Milliarden Trinkbeutel der Marke in mehr als 100 Länder über die Ladentheke.
- Eine Petition für die Rückkehr zum Plastikstrohhalm blieb mit unter 170.000 Unterschriften weit hinter dem Ziel von einer Million zurück.
Wofür Hans-Peter Wild bei Capri-Sun steht
Wild steht für ein Unternehmen, das trotz seiner globalen Größe in Familienhand geblieben ist. Capri-Sun gehört der Familie Wild und muss Entscheidungen weder Aktionären noch Analysten erklären. Der Firmensitz liegt im Schweizer Zug, während die Produktion am Standort Eppelheim nahe Heidelberg erfolgt. Mehr als sechs Milliarden Trinkbeutel pro Jahr in über 100 Ländern sind das Ergebnis, für das Wild über Jahrzehnte steht.
Der Weg dorthin: Seit 1973 im Familienunternehmen
Seine Verbindung zu Capri-Sun reicht weit zurück: Wild trat bereits 1973 in das Familienunternehmen ein. Seitdem hat er das Unternehmen über fünf Jahrzehnte mitgeprägt, bevor er die operative Führung zuletzt an Roland Weening abgegeben hatte. Diese lange Zugehörigkeit erklärt, warum Wild auch im hohen Alter die Kontrolle nicht aus der Hand gibt.
Die Entscheidung, die Capri-Sun jetzt prägt
Die aktuell prägende Entscheidung ist die Entbindung Weenings von seinen Aufgaben als Firmenchef. Gründe dafür nennt Capri-Sun nicht. Zeitlich fällt der Wechsel mit dem Scheitern einer Petition zusammen, mit der das Unternehmen seit 2024 eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm erreichen wollte. Seit 2021 liegen den Beuteln wegen eines EU-Verbots für Einweg-Plastikstrohhalme Papierhalme bei, worüber sich laut Weening Kundinnen und Kunden beschwerten. Die Petition auf change.org zielte auf eine Million Unterschriften, erreichte aber unter 170.000. Ein Experte des Instituts der deutschen Wirtschaft hatte ohnehin nicht mit einer Ausnahme für ein einzelnes Unternehmen gerechnet.
Das Mindset im Alltag: Kontrolle behalten statt loslassen
Wilds Haltung zeigt sich darin, dass er mit 85 Jahren nicht an der Seitenlinie bleibt, sondern bei Kurskorrekturen selbst eingreift. Er bleibt Verwaltungsratspräsident und übernimmt zugleich wieder operative Aufgaben – eine Doppelrolle, die zeigt, dass er wichtige Entscheidungen nicht delegieren will, solange er sie selbst treffen kann. Für ein Unternehmen, das niemandem außer der eigenen Familie Rechenschaft schuldet, ist das eine bewusste Wahl und kein Zufall.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.