Business Angel Hansi Hansmann hat beim Female Future Festival in Wien erklärt, dass er sich für mehr Unternehmerinnen, Investorinnen und Frauen in Führungspositionen einsetzt. Er begründet das damit, dass dies aus seiner Sicht die Welt verbessert. Seine Haltung steht einer Startup-Finanzierung gegenüber, die Frauen bislang kaum erreicht.
Klare Haltung
Hansmann hat nach eigenen Angaben sowohl in rein männliche als auch in rein weibliche und in gemischte Teams investiert. Aus dieser Erfahrung zieht er den Schluss, dass gemischte Teams am besten performen. Er führt das auf unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten zwischen Frauen und Männern zurück, die sich in der Zusammenarbeit ergänzen würden.
Diese Einschätzung äußerte er am 22. Oktober 2026 auf dem Female Future Festival, das unter dem Motto „The Power of Connection“ rund 2.000 Teilnehmende in einer Wiener Eventlocation zusammenbrachte. Das Festival widmete sich unter anderem Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz.
Tempo versus Perfektion
Einen Unterschied beschreibt Hansmann so: Reine Männerteams würden Produkte früher auf den Markt bringen, nach der Haltung, dass sich Produkte auch im laufenden Betrieb testen lassen. Reine Frauenteams bräuchten dagegen länger, bis ein Produkt aus ihrer Sicht fertig sei. Aus dieser Beobachtung leitet Hansmann ab, warum gemischte Teams seiner Erfahrung nach den besten Ausgleich zwischen Geschwindigkeit und Sorgfalt finden.
Ungleiche Verteilung
Wie ungleich Kapital in der österreichischen Startup-Szene verteilt ist, zeigen Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2026: Insgesamt flossen 472 Millionen Euro Risikokapital in heimische Startups, ein Plus von 329 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Von diesem Volumen gingen 94,9 % an rein männliche Gründerteams, 4,8 % an gemischte Teams und nur ein verschwindend kleiner Rest an rein weibliche Teams. Unter den analysierten Gründerinnen und Gründern lag der Frauenanteil bei rund 13 %.
Mindset im Alltag
Vor diesem Hintergrund wirkt Hansmanns Eintreten für gemischte Teams wie ein Gegenentwurf zur gelebten Praxis der Finanzierung. Er verbindet seine unternehmerische Erfahrung mit einem persönlichen Anliegen: Seine Töchter sollen später beruflich alles machen können, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.