Unter seiner Führung bringt das Unternehmen ein neues Portfolio namens Quantified Resilience an den Markt, das Lieferkettenrisiken nicht nur erkennt, sondern finanziell bewertet. Für Einkaufsteams in der Industrie soll damit aus einer Flut an Warnmeldungen eine klare Entscheidungsgrundlage werden.
Nitschinger begründet den Schritt damit, dass Einkaufsteams keine zusätzlichen Informationen brauchen, sondern belastbare Grundlagen für ihre Entscheidungen. Genau darauf zielt das neue Portfolio: Es verbindet globale Risikodaten von Prewave mit unternehmenseigenen Angaben wie Stücklisten, Lagerbeständen, alternativen Bezugsquellen und Umsatzzahlen.
Wofür Nitschinger steht
Im Zentrum von Nitschingers Ansatz steht die Überzeugung, dass Risiken in Lieferketten messbar und steuerbar werden müssen. Diese Haltung zeigt sich in der Produktlogik: Statt einzelner Warnungen liefert Quantified Resilience eine Einschätzung, was eine Störung ein Unternehmen tatsächlich kosten würde.
Ein Beispiel aus der Praxis unterstreicht den Nutzen. Beim Erdbeben von Kumamoto reduzierte die Plattform die Zahl der zu prüfenden Lieferanten für die Vaillant Group von 50 auf elf und identifizierte dabei einen unmittelbaren Produktionsstopp.
Nach ihren Angaben verkürzt Prewave diesen Aufwand deutlich.
Die Entscheidung hinter dem Produkt
Die Einführung von Quantified Resilience markiert für Nitschinger einen Richtungswechsel: weg von reiner Risikoerkennung, hin zur finanziellen Übersetzung von Störungen. Dafür führt das Portfolio weltweite Ereignisdaten, Angaben zu Lieferantenstandorten, Beziehungen entlang mehrerer Zulieferstufen und Abhängigkeiten von Rohstoffen mit den ERP-Systemen der Kunden zusammen.
Teil des Pakets ist das bereits verfügbare Werkzeug Prewave Respond, das Risikosignale mit Hilfe von KI-Agenten bündelt und nach Dringlichkeit ordnet. Ergänzt wird es durch Prewave Optimise, das sich noch in der Beta-Phase befindet und zeigen soll, wo Unternehmen zu viel oder zu wenig gegen Lieferkettenrisiken absichern.
Das Mindset im Alltag
Nitschinger nennt als Problem seiner Kunden die schiere Menge an Benachrichtigungen, Bewertungen und Lieferanten-Updates, von der viele überfordert seien. Sein Anspruch ist, diese Informationsflut auf das zu reduzieren, was für eine Entscheidung zählt: die konkrete finanzielle Auswirkung. Diese Linie zieht sich durch das gesamte neue Portfolio.
Was als Nächstes kommt
Nitschinger plant, Quantified Resilience zu einem Werkzeug für die ganzheitliche und vorausschauende Steuerung von Lieferketten auszubauen. Unternehmen sollen damit künftig Kosten und Widerstandsfähigkeit gegeneinander abwägen können, statt nur auf einzelne Vorfälle zu reagieren.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.