Johann Schaffer, der das Sägewerk Schaffer Holz in Eppenstein über Jahrzehnte prägte, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der Unternehmer verunglückte am 16. Oktober 2026 bei einem E-Bike-Unfall im Bereich des Polsterkogels bei St. Michael tödlich.
Als Sägewerk-Pionier stand Schaffer für die Spezialisierung seines Familienbetriebs auf Starkholzverarbeitung. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem Traditionsbetrieb, der in der Region als Begriff galt.
30 Jahre an der Spitze von Schaffer Holz
Schaffer übernahm das Sägewerk 1987 von seinem Vater Gotthard und leitete den Betrieb anschließend rund 30 Jahre lang. In dieser Zeit richtete er das Unternehmen auf die Verarbeitung von Starkholz aus, ein Segment, das besondere technische Anforderungen stellt und dem Betrieb ein eigenes Profil gab.
2015 übergab Schaffer die Betriebsleitung an seinen Sohn Markus. Nach der Übergabe zog er sich nicht vollständig zurück, sondern unterstützte das Unternehmen weiterhin als Berater.
Die Entscheidung für Nachfolge und Engagement in der Region
Die geregelte Übergabe an die nächste Generation gilt als eine der prägenden Entscheidungen in Schaffers unternehmerischem Werdegang. Parallel zur Betriebsführung baute er über Jahre ein Netzwerk in Wirtschaft und Politik auf: Er war Mitglied der Wirtschaftskammer und engagierte sich bei Pro Holz Steiermark.
Von 1994 bis 2000 gehörte Schaffer dem Gemeinderat von Eppenstein an. Für sein Engagement erhielt er 2010 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde.
Das Mindset abseits des Sägewerks
Schaffer verstand sich nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Vermittler zwischen Forstwirtschaft und Öffentlichkeit. Er war begeisterter Jäger und arbeitete zugleich als Waldpädagoge, eine Kombination, die seine Verbundenheit mit dem Wald über das Geschäftliche hinaus zeigte.
Der Steirische Jagdschutzverein zeichnete ihn mit dem Ehrenzeichen in Gold aus. Am Tag seines Todes war Schaffer mit seinem E-Bike in seinem Jagdrevier unterwegs und wurde dabei von seinem Hund begleitet.
Was von Johann Schaffer bleibt
Schaffer kam von einer Forststraße ab und stürzte über eine steile Böschung rund 25 Meter in die Tiefe. Sein E-Bike löste automatisch einen Notruf mit Standortdaten aus, nachdem die Polizei ihn telefonisch nicht erreichen konnte.
Die Bergrettung Leoben wurde zusätzlich alarmiert, ein Familienmitglied und ein Jagdkollege suchten parallel nach ihm. Ein Förster und ein Angehöriger fanden Schaffer schließlich unterhalb der Böschung und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, die Einsatzkräfte der Bergrettung und der Polizei mithilfe eines Defibrillators fortsetzten.
Der mit dem Rettungshubschrauber Christophorus 17 eingetroffene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die genaue Unfallursache blieb zunächst ungeklärt.
Mit seinem Sohn Markus bleibt die Führung des Sägewerks Schaffer Holz in der Familie.