Matthias Schabetsberger, Geschäftsführer von Polestar Österreich, blickt in diesem Jahr auf fünf Jahre Markenpräsenz zurück. In dieser Zeit wuchs das Vertriebsnetz von drei auf 13 Standorte , und im dritten Quartal 2026 lagen die Bestellungen 50 % über dem Vorjahreswert.
Wofür Schabetsberger steht: Wachstum ohne lautes Auftreten
Der Geschäftsführer verbindet den Markenauftritt von Polestar Österreich mit einer zurückhaltenden, aber konsequenten Expansion.
Der Weg von der Herrengasse zu 13 Standorten
Den österreichischen Markteintritt vollzog Polestar 2021 zunächst im Direktverkauf an Endkunden, mit einem eigenen Polestar Space in der Wiener Herrengasse als erstem Standort. Später kamen Standorte in Graz und Linz hinzu, bevor sich das Netz bis Dornbirn ausdehnte.
Hinter dem Unternehmen steht eine schwedische Struktur: Mehr als zwei Drittel der Belegschaft arbeiten in Schweden, wo Polestar vor rund zehn Jahren aus einem Rennteam mit Fokus auf reinen Elektroantrieb entstand.
- Polestar bezeichnet sich als einzige rein elektrische Automarke skandinavischer Herkunft in Europa.
- Der Polestar 4 SUV kommt mit Google built-in und dem Assistenten Google Gemini.
- Vehicle-to-Load und ein Camping Mode sollen per Software-Update nachgereicht werden.
- Über den Dienst Polestar Charge greifen Kundinnen und Kunden mit nur einem Zugang europaweit auf ein Netz von über 1,25 Millionen Ladestationen zu, darunter auch Schnellladesäulen von Tesla.
- Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen je verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 soll die gesamte Wertschöpfungskette klimaneutral sein.
Die Entscheidung für das Agentursystem
Die prägende Entscheidung Schabetsbergers war die Erweiterung des reinen Direktvertriebs um ein Agentursystem mit regionalen Partnern. Kunden können dort probefahren, kaufen und ihr Fahrzeug abholen, ohne dass Polestar Österreich selbst jeden Standort betreibt. Dieses Modell bildet die Grundlage für die geplante Expansion, die künftig ausschließlich bei Volvo-Autohäusern angesiedelt sein soll.
Das Mindset: rein elektrisch, trotz wachsender Ladesorgen
Schabetsberger hält an einer Strategie fest, die ausschließlich auf elektrische Fahrzeuge setzt. Nach seiner Beobachtung sinkt die Reichweitenangst gegenüber E-Fahrzeugen, während Bedenken zur Ladeinfrastruktur eher zunehmen. Während Flottenkunden früher die ersten Nutzer von Elektroautos waren, kam das Wachstum von Polestar Österreich in den vergangenen ein bis zwei Jahren vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen.
Was als Nächstes kommt
Parallel zum erwarteten Umsatzwachstum soll das Vertriebsnetz auf 15 bis 16 Standorte wachsen, künftig gebündelt bei Volvo-Händlern. Für Kundinnen und Kunden in Österreich bedeutet das: mehr Standorte in der Nähe, ohne dass Polestar seinen Direktvertriebskern aufgibt.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.