Der Preis in China liegt bei umgerechnet rund 25.000 Franken . Inzwischen geht Audi juristisch gegen den Import solcher Fahrzeuge vor.
Was als ungewöhnlicher Einkauf begann, entwickelt sich damit zu einem handfesten Fall zwischen einem deutschen Autobauer und einem chinesischen Importeur. Im Zentrum steht eine Submarke, die eigentlich nie für Europa gedacht war.
Warum geht Audi juristisch gegen den Import vor?
Audi hat nach eigenen Angaben rechtliche Schritte eingeleitet, um seine Markenrechte durchzusetzen. Hintergrund ist, dass die betroffenen Fahrzeuge keine EU-Typzulassung besitzen und ohne Abstimmung mit dem Hersteller mittels behördlicher Einzelgenehmigungen auf europäische Straßen gebracht wurden. Audi-Werkstätten in Europa übernehmen zudem keine Wartung für diese Modelle, da sie außerhalb Chinas als Fahrzeuge eines Fremdherstellers gelten.
Der deutsche Importeur Auto China hatte die Modelle AUDI E5 Sportback und E7X zuvor in Deutschland angeboten. Mittlerweile sind sie von der Website des Importeurs verschwunden, einzelne Exemplare befinden sich jedoch bereits in deutschen Städten.
Was unterscheidet die China-Modelle vom Rest der Flotte?
Unter dem ringlosen Label „AUDI“ in Großbuchstaben brachten die Ingolstädter eine neue Elektro-Linie heraus, deren Verkauf strikt auf die Volksrepublik China beschränkt ist. Sie entstand gemeinsam mit dem Partner SAIC im Rahmen der Konzernstrategie „In China, for China“ des VW-Konzerns. Ziel ist es, verlorene Marktanteile im chinesischen Geschäft zurückzugewinnen.
Mehrere Punkte machen die Modelle auffällig:
- Der AUDI E5 Sportback kostet in China umgerechnet knapp 29.000 Franken.
- Damit liegt er deutlich unter dem Preis aller in Europa angebotenen Audi-Modelle.
- Die Fahrzeuge besitzen keine EU-Typzulassung, können jedoch über behördliche Einzelabnahmen per Ausnahmeregelung für den europäischen Straßenverkehr zugelassen werden.
- Audi-Werkstätten in Europa dürfen die Technik der Modelle nicht warten.
- Genau diese Kombination aus niedrigem Preis und fehlender globaler Zulassung macht den Kauf eines solchen Fahrzeugs in Deutschland riskant – unabhängig davon, wer am Steuer sitzt.
Wie geht es für Käufer in Deutschland weiter?
Der Importeur hat die China-Modelle bereits von seiner Website genommen, einzelne Fahrzeuge sind jedoch schon im Umlauf. Audi verfolgt nach eigenen Angaben weiterhin das Ziel, mit der Submarke verlorene Marktanteile in China zurückzugewinnen – allerdings nicht über den Umweg eines Exports nach Europa.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.