Revolut wird in einer neuen Finanzierungsrunde mit 115 Milliarden US-Dollar bewertet. Zu den Investoren der Runde zählten unter anderem Glade Brook Capital Partners, Coatue, Durable Capital Partners, T. Rowe Price Associates und Baillie Gifford.
Für Gründer und CEO Nik Storonsky markiert das den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die 2015 im Vereinigten Königreich mit einem einfachen Dienst für Geldtransfers und Währungsumtausch ihren Anfang nahm.
Bemerkenswert ist dabei: Der Wert beruht auf einer privaten Kapitalrunde und nicht auf einem fortlaufend gehandelten Börsenkurs. Storonsky hat Revolut bislang nicht an die Börse gebracht, sondern wächst über private Kapitalrunden – ein Weg, der dem Unternehmen offenbar mehr Kontrolle über Tempo und Richtung der Expansion lässt.
Rekordzahlen stehen hinter dem Rekordwert
Der Umsatz von Revolut stieg 2025 um 46 % auf 5,3 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn legte im selben Jahr um 57 % zu und erreichte 2 Milliarden Euro, womit gut ein Drittel des Umsatzes vor Steuern als Gewinn blieb. Diese Zahlen tragen die hohe Bewertung und zeigen, dass das Unternehmen nicht nur wächst, sondern auch profitabel arbeitet.
Weltweit zählt Revolut nach eigenen Angaben mehr als 80 Millionen Privatkunden. Monatlich verarbeitet das Unternehmen über eine Milliarde Transaktionen. Im Europäischen Wirtschaftsraum ist Revolut in allen 30 Märkten mit eigenem Bankgeschäft vertreten.
Der Weg zur globalen Bank
Aus der reinen Geldwechsel-App von 2015 ist unter Storonsky ein Unternehmen mit eigenen Banklizenzen geworden. 2026 gründete Revolut Banken im Vereinigten Königreich, Mexiko, Australien und Neuseeland und erhielt zusätzliche Banklizenzen in Frankreich, Kolumbien und Argentinien. In der Schweiz tritt das Unternehmen unter der Revolut (Switzerland) AG auf.
Auch in den USA kommt Storonsky seinem Ziel näher, aus der App eine vollwertige Bank zu machen: Die US-Zentralbankbehörde Office of the Comptroller of the Currency erteilte Revolut die vorläufige Genehmigung für eine nationale Banklizenz. Damit verschiebt sich das Geschäftsmodell schrittweise vom digitalen Zahlungsdienst zu einer Bank mit Lizenzen rund um den Globus.
Die Entscheidung, auf Banklizenzen statt nur auf Wachstum zu setzen
Statt sich allein auf steigende Nutzerzahlen zu verlassen, hat Storonsky konsequent in Banklizenzen investiert. Das unterscheidet Revolut von vielen reinen Neobanken, die ohne eigene Lizenz auf Partnerbanken angewiesen bleiben. Mit eigenen Lizenzen in immer mehr Ländern kann Revolut direkt Einlagen führen und Finanzprodukte anbieten, ohne auf externe Bankpartner angewiesen zu sein.
Diese Strategie hat offenbar auch die Investoren überzeugt, die zusätzlich zu bestehenden Geldgebern frisches Kapital in die neue Runde steckten. Für ein Fintech, das vor elf Jahren mit einer einfachen Wechselfunktion startete, ist das ein deutlicher Vertrauensbeweis in den eingeschlagenen Kurs.
Storonskys Ziel: 100 Millionen Kunden in 100 Ländern
Nik Storonsky hat das Ziel ausgegeben, Revolut auf 100 Millionen Privatkunden zu erweitern. Auf Sicht der kommenden Jahre peilt das Unternehmen eine aktive Nutzerbasis von über 100 Millionen Menschen in mehr als 100 Staaten an. Von den aktuell mehr als 80 Millionen Kunden bis zu dieser Marke ist es ein weiter, aber nach den jüngsten Zahlen kein unrealistischer Schritt.
Für Nutzer in Deutschland bleibt Revolut vorerst über die litauische Revolut Bank UAB tätig, die von der litauischen Zentralbank und der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt wird.
Mit jeder neuen nationalen Lizenz dürfte sich das Angebot für Kunden in weiteren Ländern direkter und ohne Umweg über ausländische Tochtergesellschaften gestalten lassen – ein Umbau, der nach den jüngsten Lizenzen in den USA, Frankreich, Kolumbien und Argentinien weitergehen dürfte.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.