Der Wiener Softwareanbieter dvo Software, 1967 von Steuerberatern gegründet, wird Teil der mitteleuropäischen Symfonia Group. Geschäftsführer Rainer Haude bleibt an der Spitze des Unternehmens und erhält künftig Anteile an der Muttergesellschaft. Für die rund 4.000 Anwender in Österreich soll sich an Marke und Ausrichtung nichts ändern.
Die Transaktion ist für die Symfonia Group bereits die zweite Übernahme in diesem Herbst, nach dem Erwerb von Setrio. Für das Warschauer Unternehmen mit mehr als 30 Jahren Betriebserfahrung und über 55.000 Kunden markiert der Schritt den Einstieg in den deutschsprachigen Raum. Rainer Haude steht dabei im Zentrum der Integration – als Geschäftsführer, der das Unternehmen weiterführt, und als künftiger Mitgesellschafter der Muttergesellschaft.
Warum bleibt Rainer Haude trotz der Übernahme an der Spitze?
Rainer Haude bleibt Geschäftsführer von dvo Software und wird daneben Anteile an der Symfonia Group halten. Auch Richard Theiß bleibt als Geschäftsführer an Bord. Laut Haude teilen dvo Software und Symfonia den gemeinsamen Fokus auf die Steuerberatungsbranche – darin sieht er die Grundlage des Zusammenschlusses. Marke und Ausrichtung des österreichischen Unternehmens auf seinen Heimatmarkt sollen unverändert bleiben.
Wie kam es zur Entscheidung für Symfonia?
dvo Software wurde 1967 von Steuerberatern gegründet und hat sich seither mehrfach durch Zukäufe verstärkt, etwa 2019 mit der Übernahme des Mitbewerbers Klinger Software. Mit rund 4.000 Anwendern zählt das Unternehmen zu den etablierten Anbietern für Kanzleimanagement und Finanzbuchhaltung in Österreich.
Laut Haude ermöglicht die Partnerschaft mit Symfonia, Investitionen in künstliche Intelligenz auszuweiten – ein Bereich, den dvo Software bereits mit dem Dokumentenmanagement-Tool dvo BelegBox verfolgt.
Die Software deckt dabei mehrere Bereiche der Kanzleiarbeit ab:
- Kanzleimanagement und automatisierte Workflows für Steuerberatungskanzleien.
- Honorarabrechnung und sichere Kommunikation mit Mandanten.
- Finanzbuchhaltung, Steuerverwaltung und Anlagenverzeichnis.
- Das KI-gestützte Dokumentenmanagement-Tool dvo BelegBox.
Was bedeutet der Rückzug von Datev für dvo Software?
Haude führt die aktuelle Umbruchphase im österreichischen Markt teilweise auf den Rückzug des Anbieters Datev aus Österreich zurück und sieht darin eine Wachstumschance für dvo Software.
Symfonia-Chef Piotr Ciski ordnet die Übernahme in eine langfristige Strategie ein: Das Unternehmen habe sich vom traditionellen Softwareanbieter zu einem Cloud-First-Unternehmen mit europäischen technologischen Wurzeln entwickelt. Mit Österreich erreicht Symfonia nach Polen und Rumänien das dritte Land seiner Geschäftstätigkeit; unter den mehr als 55.000 Kunden der Gruppe sind rund 6.700 Steuerberatungskanzleien.
Was plant Rainer Haude als Nächstes?
Laut Ciski will Symfonia die Präsenz in der DACH-Region weiter ausbauen und sieht in dvo Software einen Partner mit genauer Kenntnis des österreichischen Kanzleigeschäfts. Die Gruppe plant langfristig, ihre Produkte auf Märkten zu erweitern, die weniger von lokalen Rechnungs-, Lohn- und Steuerregelungen abhängen.
Für Haude bedeutet das vor allem eines: mehr Spielraum, um die begonnenen Investitionen in Automatisierung und künstliche Intelligenz für die österreichischen Kanzleikunden fortzusetzen.