SAP zählt heute mehr als 240 Millionen Cloud-Anwender weltweit und betreibt 65 Rechenzentren an 35 Standorten in 16 Ländern. Hinter diesem Weltkonzern stehen fünf Gründer, die 1972 ihre sicheren Jobs bei IBM aufgaben, um ein eigenes Softwareunternehmen zu starten. Zwei von ihnen, Dietmar Hopp und Hasso Plattner, prägen den SAP-Gründer-Mythos bis heute.
Fünf Gründer legten den Grundstein für den heutigen Weltkonzern
Dietmar Hopp ist heute 86 Jahre alt, Hasso Plattner 82. Neben ihnen gehörten auch Klaus Tschira und Hans-Werner Hector zu den fünf Männern, die das Unternehmen aufbauten. Aus der kleinen Gründungsmannschaft wurde im Lauf der Jahrzehnte einer der wichtigsten Softwarekonzerne Europas.
Der Weg begann mit der Kündigung bei IBM im Jahr 1972
Ursprünglich firmierte das Unternehmen unter dem Namen Systemanalyse Programmentwicklung. Die Idee der fünf Gründer: eine Standardsoftware für Lohnabrechnung, Buchhaltung und andere betriebliche Abläufe, die sich Unternehmen nicht mehr selbst programmieren mussten.
Am Ende des ersten Geschäftsjahres beschäftigte das junge Unternehmen neun Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 620.000 D-Mark. Schon 1973 war das erste Finanzbuchhaltungssystem fertig, 1980 zählte SAP 80 Mitarbeiter und bezog ein erstes eigenes Bürogebäude in Walldorf.
Die Nachtschicht beim Chemiekonzern wurde zur prägenden Entscheidung
Der erste Kunde der Gründer war der Chemiekonzern Imperial Chemical Industries, der damals Nylonfasern für Damenstrümpfe produzierte. Weil die fünf noch keine eigenen Rechner besaßen, programmierten sie ihre Software abends nach Feierabend an den Computern ihres Auftraggebers.
Diese Entscheidung, das Risiko der Selbstständigkeit ohne eigene technische Ausstattung einzugehen, markierte den eigentlichen Start des Unternehmens. 1988 ging SAP an die Börse, 1992 folgte mit SAP R/3 die erste Client-Server-Software, die das Unternehmen endgültig zu einem der wichtigsten Softwarekonzerne Europas machte.
Hopp investiert sein Engagement heute in den Sport seiner Heimat
Ab den 2000er-Jahren verlagerte SAP den Schwerpunkt auf Mobiltechnologie, Datenbanktechnologie und Cloud-Dienste. 2011 kamen erste Kunden mit der In-Memory-Datenbank SAP HANA in Berührung, 2015 stellte das Unternehmen mit SAP S/4HANA die cloudbasierte nächste Generation vor.
Dietmar Hopp selbst hat inzwischen keine offizielle Rolle mehr im Softwarekonzern. Sein Engagement gilt heute dem Sport in der Region: Er hat die TSG 1899 Hoffenheim maßgeblich großgemacht, finanziert die Eishockeymannschaft Adler Mannheim und unterstützt zahlreiche Amateurvereine rund um Walldorf.