Die Ehrung kommt wenige Monate, nachdem die Skirennläuferin ihren Rücktritt aus dem aktiven Leistungssport verkündet hat.
54 Top-Ten-Plätze und ein WM-Titel: Veniers Bilanz im Skiweltcup
Mehr als zehn Jahre war Venier im Skiweltcup aktiv und sammelte in dieser Zeit 54 Top-Ten-Platzierungen. Drei davon konnte sie in Siege verwandeln. Ihren ersten großen internationalen Erfolg feierte sie bereits 2017 mit dem Vizeweltmeistertitel in der Abfahrt.
Den Höhepunkt ihrer Laufbahn markierte jedoch die Heim-Weltmeisterschaft in Saalbach 2025: Dort wurde Venier Weltmeisterin im Super-G – ein Titel vor eigenem Publikum, der ihrer Karriere ein besonderes Gewicht verleiht.
Der Rücktritt im Sommer 2025 markiert die Wende
Noch im selben Jahr, in dem sie ihren größten Erfolg feierte, zog Venier die Konsequenz und kündigte im Sommer ihren Rücktritt aus dem aktiven Leistungssport an. Statt den Erfolg auszukosten, entschied sie sich für den Schnitt auf dem Höhepunkt. Diese Entscheidung unterscheidet sie von vielen Sportlerinnen, die so lange weitermachen, bis die Form nachlässt.
Hinter diesem Schritt steht eine klare Haltung: Venier beschreibt die Auszeichnung als Sportlerin des Jahres als emotionalen Schlusspunkt ihrer Karriere und zugleich als Startpunkt eines Neubeginns. Finanzminister Markus Marterbauer gratulierte ihr zu der Ehrung.
Beim Zollamt beginnt Veniers zweite Karriere
Schon während ihrer aktiven Zeit war Venier Teil des Zollsportkaders, der 1952 als Zollwachekader gegründet wurde. Diese Einrichtung bietet Athletinnen und Athleten sportliche Unterstützung, soziale Absicherung und zugleich eine parallele berufliche Ausbildung im Zollwesen.
Genau diese Struktur zahlt sich für Venier jetzt aus: Nach dem Karriereende wird sie künftig beim Zollamt Österreich tätig sein. Die Doppelstrategie aus Sport und Ausbildung, die der Kader seit Jahrzehnten verfolgt, zeigt sich an ihrem Beispiel exemplarisch.
Wie belastbar dieses Modell ist, zeigt sich an mehreren Punkten:
- Über zehn Jahre Spitzensport ließen sich mit einer parallelen Berufsausbildung verbinden.
- Der Zollsportkader existiert seit 1952 und begleitet Athletinnen und Athleten über die gesamte Karriere.
- Venier wechselt direkt vom Weltcup-Zirkus in eine feste Anstellung beim Zollamt Österreich.
- Die soziale Absicherung während der aktiven Zeit schuf die Grundlage für den nahtlosen Übergang.
Was die Auszeichnung für Venier bedeutet
Auch international wird die Leistung von Spitzensportlerinnen in diesem Jahr gewürdigt: Bei der deutschen Wahl zur Sportlerin des Jahres setzte sich Biathletin Franziska Preuß mit 1.749 Stimmen durch, nachdem sie bei der Biathlon-WM in Lenzerheide unter anderem Gold im Verfolgungsrennen und den Gesamtweltcup gewonnen hatte. Bei den Männern siegte Zehnkämpfer Leo Neugebauer mit 2.343 Stimmen.
Für Venier selbst steht nach der Ehrung in der Stadthalle der Übergang in den neuen Berufsalltag beim Zollamt an. Die Auszeichnung schließt damit nicht nur eine sportliche Laufbahn ab, sondern begleitet sie in einen Lebensabschnitt, auf den sie sich während ihrer gesamten Karriere parallel vorbereitet hat.