Damit ist die Wienerin die 201. Teilnehmerin am Lehrlingsaustausch zwischen Wien und Koblenz. Sie arbeitet gemeinsam mit weiteren Wiener Lehrlingen in Koblenzer Handwerksbetrieben.
Ein Programm mit langer Tradition
Der Lehrlingsaustausch zwischen Wirtschaftskammer Wien und Handwerkskammer Koblenz findet 2026 bereits zum 33. Mal statt. Insgesamt neun Wiener Lehrlinge nehmen in diesem Jahr teil, ihre Fachrichtungen reichen von Tischlerhandwerk und Bekleidungsgestaltung über Friseurhandwerk bis zu Hochbau, Bauspenglerei, Betonbau und Metalltechnik.
Vom Architektur-Studium zur Werkbank
Margrafs Weg verläuft gegen die übliche Erwartung: Erst der akademische Abschluss, dann die Lehre. Dass eine Lehre nach einem Hochschulabschluss möglich und sinnvoll ist, zeigt ihr Beispiel innerhalb des Austauschprogramms besonders deutlich.
Zwei Wochen Werkstattarbeit in Koblenz
Der Aufenthalt in Koblenz dauert 14 Tage und richtet sich an Lehrlinge ab dem zweiten Lehrjahr. Die teilnehmenden Wienerinnen und Wiener arbeiten während dieser Zeit direkt in Koblenzer Handwerksbetrieben.
Die Handwerkskammer Koblenz übernimmt vor Ort Unterkunft, Verpflegung und öffentliche Verkehrsmittel, während die Sparte Gewerbe und Handwerk Wien die Reisekosten trägt. Das Programm läuft im Wechsel: Im Oktober 2025 reisten zwölf Lehrlinge aus Koblenz nach Wien, im Oktober 2024 war es umgekehrt Wien, das nach Koblenz schickte.
Was der Austausch für den Fachkräftenachwuchs bedeutet
Wie Gerhard Komarek von der Wirtschaftskammer Wien betont, ist die internationale Vernetzung für die Ausbildung von Fachkräften von großer Bedeutung. Der Austausch läuft bis 24. Oktober 2026 und bringt die Gruppe um Margraf in direkten Kontakt mit deutschen Handwerksbetrieben und deren Arbeitsweisen.
Für junge Menschen, die wie Margraf nach einem Studium noch einmal neu anfangen, liefert das Programm einen konkreten Beleg dafür, dass praktische Ausbildung und akademischer Werdegang sich nicht ausschließen, sondern ergänzen können.