Nach mehreren Bissvorfällen galt der Rüde Blacky als unvermittelbar. Doch Hundetrainerin Viktoria Telloglou zeigte mit viel Geduld, dass auch tief verunsicherte Hunde wieder Vertrauen zu Menschen aufbauen können.
Diese Tiergeschichte beginnt im Frühjahr 2024 mit einem Hund, dessen Vermittlung als besonders schwierig galt: Der damals neun Jahre alte Rüde Blacky wurde nach mehreren schweren Bissvorfällen beim Assisi-Hof in Stockerau abgegeben.
Zahlreiche Besitzerwechsel hatten sein Vertrauen in Menschen stark beeinträchtigt. Bereits bei geringer Unsicherheit zeigte er deutliche Aggressionszeichen. Dass Blacky heute in einem neuen Zuhause lebt, ist auch der intensiven Arbeit von Hundetrainerin Viktoria Telloglou zu verdanken.
Der Assisi-Hof wurde 2023 eröffnet und hat seither nach Angaben von die-nachrichten.at 738 Haustiere aufgenommen und versorgt. Mehr als 620 Tiere konnten bereits vermittelt werden. Blackys Geschichte zeigt, wie viel Geduld und Zeit nötig sein können, wenn die Vermittlung eines Tieres als besonders schwierig gilt.
Welche Rolle spielte Viktoria Telloglou bei Blackys Entwicklung?
Telloglou verfügt über langjährige Erfahrung in der Betreuung von Straßenhunden in Thessaloniki, Griechenland. Bei der Arbeit mit Blacky setzte sie auf einen behutsamen Umgang und ließ dem Rüden Zeit, sich an ihre Anwesenheit zu gewöhnen.
Wie fand Blacky zurück ins Vertrauen?
Zu Beginn betreute Telloglou den Hund ausschließlich durch ein Schutzgitter. Direkter Körperkontakt fand zunächst nicht statt. Erst nach etwa sechs Wochen machte Blacky selbst einen ersten Schritt: Er streckte seine Pfote durch die Gitterstäbe in Richtung der Trainerin.
Daraufhin öffnete Telloglou die Tür. Blacky näherte sich ihr und schmiegte sich in ihre Arme. Dieser Moment war ein wichtiger Schritt beim Aufbau des gegenseitigen Vertrauens.
Die intensive Betreuung dauerte insgesamt mehr als zwei Jahre. Schließlich konnte Blacky an einen erfahrenen Hundehalter vermittelt werden.
Was lässt sich aus Blackys Geschichte lernen?
Blackys Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig ein geduldiger und auf das einzelne Tier abgestimmter Umgang sein kann. Statt den Hund zu einer schnellen Annäherung zu drängen, ließ Telloglou ihm Zeit, selbst Kontakt aufzunehmen.
Auch der Österreichische Tierschutzverein weist darauf hin, dass traumatische Erfahrungen hinter aggressivem Verhalten stehen können. Im Fall von Blacky gingen zahlreiche Besitzerwechsel und ausgeprägte Unsicherheit seiner erfolgreichen Vermittlung voraus.
In seinem neuen Zuhause lebt Blacky inzwischen mit einem weiteren Hund namens Peaches zusammen. Nach den vorliegenden Angaben verstanden sich die beiden von Anfang an gut.
Der Assisi-Hof: Hilfe für Haus- und Wildtiere
Neben der Vermittlung schwieriger Hunde kümmert sich der Assisi-Hof um zahlreiche weitere Tiere. Nach Angaben von die-nachrichten.at wird die Einrichtung von rund einem Dutzend ehrenamtlicher Helfer unterstützt. Die Stadt Stockerau stellt seit Beginn des Projekts die Pacht für das Grundstück zur Verfügung.
Auch Maßnahmen zur Senkung der laufenden Kosten wurden umgesetzt: Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 25 Kilowatt Peak wurde installiert, um einen Teil des Strombedarfs abzudecken.
Wie vielfältig die Aufgaben des Hofes sind, zeigen auch die jüngsten Meldungen:
- Vor Kurzem wurden 13 Meerschweinchen anonym vor der Tür abgestellt.
- Die Zahl der aufgenommenen Wildtiere stieg von 102 im Vorjahr auf 205 bis Ende September 2026.
- Für das Frühjahr 2027 ist eine neue Wildtierstation geplant.
Blackys Geschichte steht damit beispielhaft für die aufwendige Arbeit im Tierschutz: Eine erfolgreiche Vermittlung kann viel Zeit beanspruchen. Geduld, Erfahrung und ein behutsamer Umgang können dabei helfen, auch Tieren mit schwieriger Vorgeschichte eine neue Perspektive zu eröffnen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.