Whitney Wolfe Herd machte Bumble mit einer einfachen Regel bekannt: Nur Frauen durften die erste Nachricht schreiben. Jetzt verkauft die Investmentfirma Ithaca Holdings die Dating-App für 1,3 Milliarden Dollar und nimmt sie von der Börse, deutlich unter dem Marktwert beim Börsengang Anfang 2021.
Der Bumble Verkauf zeigt, wie schnell sich der Markt für Online-Dating gedreht hat. Noch eine Woche vor der Ankündigung war das Unternehmen nur rund 340 Millionen Dollar wert, der Übernahmekurs liegt dennoch unter dem zuletzt gehandelten Börsenpreis.
Wie wurde Bumble zur Milliarden-App?
Bevor Whitney Wolfe Herd Bumble gründete, war sie an der Gründung von Tinder beteiligt. Mit Bumble entwickelte sie 2014 ein eigenes Konzept für eine Dating-App, das sich deutlich von bestehenden Plattformen abhob.
Der Ansatz überzeugte Anleger: Beim Börsengang Anfang 2021 erreichte Bumble einen Marktwert von rund 14 Milliarden Dollar. Später bremsten Umsatzrückgänge und ein insgesamt schwacher Markt für Dating-Apps das Wachstum.
Was machte die Gründerin anders?
Wolfe Herds zentrale Entscheidung war die Regel, dass bei Bumble ursprünglich nur Frauen eine Unterhaltung beginnen durften. Diese Einschränkung prägte das Image der App über Jahre als Gegenentwurf zu klassischen Dating-Plattformen.
Im August wurde die Regel aufgehoben, auch als Reaktion auf ein nachlassendes Interesse an Online-Dating, besonders bei jüngeren Nutzern. Damit verlor Bumble ein Stück seines ursprünglichen Markenkerns, kurz bevor die Übernahme bekannt wurde.
Was passiert mit Bumble jetzt?
Mit dem Einstieg von Ithaca Holdings endet die Zeit von Bumble als börsennotiertes Unternehmen. Nach eigener Darstellung will die Investmentfirma gezielt in Firmen investieren, die den Alltag der Menschen in einer durch Künstliche Intelligenz geprägten Zukunft spürbar erleichtern.
- Bumble-Aktionäre erhalten 6,05 Dollar je Aktie, der Kurs steigt dadurch um 138 %.
- John Hegeman, früherer Top-Manager bei Meta, ist an Ithaca Holdings beteiligt.
- Hegeman und Ravi Gupta sollen künftig als Co-Chefs von Bumble auftreten.
- Das Unternehmen soll seinen Sitz in Austin behalten.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.