Das Logistikunternehmen Fiege hat für seine Betreibergesellschaft am Standort Unna Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Auslöser ist die wiederholte Zahlungsunfähigkeit der Warenhauskette Galeria, deren Belieferung das dortige Zentrallager vollständig prägt. Von der Fiege-Krise sind rund 1.250 Beschäftigte betroffen.
Fiege ist ein Familienunternehmen mit weltweit mehr als 130 Standorten und rund 21.000 Mitarbeitern. Die Gruppe insgesamt bleibt nach eigenen Angaben stabil, doch am Standort Unna hängt das Geschäft fast vollständig an einem einzigen Kunden.
Warum musste Fiege Insolvenz anmelden?
Galeria hat im Oktober 2026 einen vierten Insolvenzantrag gestellt. Da das Logistikzentrum in Unna der exklusive Partner der Warenhauskette ist, wirkt sich jede Schwäche von Galeria unmittelbar auf Fiege aus. Sinkt die Auslastung des Lagers, gerät der Standort wirtschaftlich unter Druck.
Wie groß ist die Abhängigkeit von Galeria?
Das Zentrallager in Unna beliefert sämtliche Filialen der Galeria-Kette. Galeria ist dabei Mieterin der Immobilie, während Fiege den Lagerbetrieb verantwortet. Seit Januar 2025 hatten beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit sogar noch ausgeweitet.
- Fiege übernahm seit Januar 2025 die zentrale Logistiksteuerung für Galeria in Unna.
- Im Zuge der Partnerschaft wurden Lagerverwaltung und IT-Anbindung modernisiert.
Was tut Fiege, um die Krise zu überstehen?
Fiege und Galeria haben eine Fortführungsvereinbarung bis zum 31. Dezember 2026 getroffen, die den laufenden Betrieb stabilisieren und den Übergang regeln soll. Für die Beschäftigten soll vorerst Insolvenzgeld einspringen, um Löhne und Gehälter zu sichern. Laut Fiege soll das Eigenverwaltungsverfahren vor allem zeitlichen Spielraum für eine Neuausrichtung des Standorts schaffen.
Parallel dazu sucht Fiege gezielt nach neuen Kunden, um die Abhängigkeit von Galeria zu verringern. Angesichts der aktuellen Konjunkturlage gestaltet sich diese Akquise jedoch schwierig.
Fiege rechnet damit, dass die Neuausrichtung des Standorts Zeit benötigt. Die kommenden Wochen bis zum Jahresende dürften zeigen, wie tragfähig das Modell einer breiteren Kundenbasis für das Logistikzentrum in Unna tatsächlich ist.