Mit dem Sieg beim internationalen Wettbewerb 2014 übernahmen Höller & Klotzner Architekten die Verantwortung für ein Bildungszentrum, das bis heute als Vorbild gilt: den Neubau von Kindergarten und Volksschule in der südtiroler Gemeinde Riffian. Das Projekt, über das auch die Nachrichtenagentur GmbH berichtete, wurde zum ersten Bauwerk mit einem Dach in der Sonderfarbe Bronze.
Das Gebäude erstreckt sich über drei Stockwerke und verbindet Kindergarten und Grundschule unter einem gemeinsamen architektonischen Konzept.
Der Weg zum Wettbewerbssieg
2014 setzte sich das Büro Höller & Klotzner im internationalen Wettbewerb für das neue Bildungszentrum durch. Der Kindergarten entstand anschließend in rund zwei Jahren, die Volksschule folgte später ebenfalls in einer zweijährigen Bauzeit. Die Grundschule wurde am Ende mit dem KlimaHaus-School-Zertifikat ausgezeichnet, einem Standard für besonders energieeffiziente Bildungsbauten.
Zur technischen Ausstattung zählen hochwärmedämmende Fassadenelemente, eine Fußbodenheizung, eine Regenwassernutzung, energieeffiziente Beleuchtung und eine Solaranlage. Diese Kombination spiegelt den Anspruch der Architekten wider, Funktion und Nachhaltigkeit von Anfang an zusammenzudenken.
Die prägende Entscheidung
Für das Dach des Kindergartens wählten die Planer 2020 Rauten im Format 44 × 44 Zentimeter in der Farbe Bronze – eine Sonderanfertigung, die es im regulären Sortiment des Herstellers PREFA damals noch nicht gab. Die Andreas Pichler Spenglerei führte die Dachdeckung aus. Erst später, bei der Fertigstellung der Volksschule 2025 durch die Spenglerei Pircher unter Wilhelm Lanthaler, hatte sich die Farbe als P.10 Bronze fest im Produktportfolio etabliert.
Gianfranco Berardesca begründet die Wahl der beiden Südtiroler Spenglerbetriebe mit deren hoher handwerklicher Qualität. Architekten und Spengler bestätigen übereinstimmend, dass die Umsetzung ohne die Zusammenarbeit mit PREFA in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.
Mindset im Detail
Wie konsequent das Team dachte, zeigt sich an Details, die von außen kaum sichtbar sind: Die Dachkonstruktion schließt flächenbündig mit der Fassade ab, die Entwässerung erfolgt über innenliegende Edelstahl-Einbaurinnen mit einer zusätzlichen Sicherheitsrinne aus PVC. Die Befestigung der Rauten bleibt unsichtbar unter einer tragenden Rohschalung verborgen, und sogar der Kamin wurde nicht aufgesetzt, sondern als eingelassenes Element ins Dach eingepasst.
Diese Liste technischer Lösungen steht sinnbildlich für eine Haltung, die Gestaltung nicht am sichtbaren Äußeren enden lässt, sondern bis in die Fügung einzelner Bauteile denkt.
Ein Material mit Zukunft
Die Hersteller-Gruppe PREFA, deren Material in Riffian zum Einsatz kam, beschäftigt rund 800 Mitarbeiter und produziert über 5.000 Produkte ausschließlich in Österreich und Deutschland. Bei den eingesetzten kleinformatigen Dachelementen liegt der Recyclinganteil bei bis zu 86,6 %, zudem fließen 99 % der beim Herstellungsprozess entstehenden Aluminiumreste zurück in den Materialkreislauf.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.