Zwischen dem 12. September 2025 und dem 31. August 2026 wagte Kerstin Latzka den Schritt nach Schweden und schlug ihre Zelte im nordöstlich von Stockholm gelegenen Norrtälje auf. Die folgenden elf Monate entwickelten sich zu einer intensiven Zeit, geprägt von persönlicher Erfüllung, eisigen skandinavischen Temperaturen und arbeitsrechtlichen Differenzen mit ihrem Dienstgeber.
Hürden vor dem Arbeitsstart
Ihre Auswanderung überließ Latzka nicht dem Zufall, sondern plante sie akribisch. Dennoch verlief der Einstieg holprig: Da die Bürokratie vor Ort Zeit in Anspruch nahm, verzögerte sich ihr Einsatz in einer Klinik unter deutschsprachiger Führung. Es dauerte knapp vier Wochen, bis ihr die notwendige schwedische Koordinationsnummer ausgestellt wurde, ohne die eine offizielle Anstellung im schwedischen Gesundheitssystem nicht möglich war.
Familiärer Beistand beim Neustart
Der eigentliche Umzug geriet zu einem Gemeinschaftsprojekt. Latzkas Bruder und ihre Schwägerin begleiteten sie spontan per Flugzeug nach Schweden, um tatkräftig beim Einrichten der neuen Unterkunft anzupacken. Diese familiäre Schützenhilfe gab der Auswanderin das nötige Fundament, um der anfänglichen Einsamkeit in der Fremde selbstbewusst zu begegnen.
Zwei Stunden Sonne und minus 15 Grad: Der Winter forderte Latzka heraus
Die Euphorie der ersten Wochen wich ab Mitte November der Einsamkeit. Die Tage wurden kurz, zeitweise blieben nur noch zwei Stunden Sonne pro Tag. Die Temperaturen fielen in den Wintermonaten bis auf minus 15 Grad. Für Latzka war genau diese Phase die größte Belastungsprobe ihres Auslandsjahres in Schweden – fernab von Familie und gewohntem Umfeld, in einer Jahreszeit, die kaum Licht ließ.
Dass sie dennoch durchhielt, beschreibt den Kern ihrer Haltung: Latzka ordnete die Schwere des Winters dem größeren Ziel unter, sich ihren Traum vom Leben in Schweden nicht nehmen zu lassen.
Eine Sehnenverletzung im März 2026 verschärfte den Konflikt mit der Klinik
Im März 2026 riss sich Latzka die Sehne am Mittelfinger. Der folgende, wochenlange Krankenstand belastete das Verhältnis zur Klinikleitung zusätzlich. Statt Rückhalt in einer schwierigen Phase erlebte sie Spannungen mit ihrem Arbeitgeber – ausgerechnet in den letzten Monaten ihres Aufenthalts.
Trotz dieser Erfahrung kehrte Latzka nicht vorzeitig zurück, sondern blieb bis zum geplanten Ende ihres Auslandsjahres. Am 31. August 2026 reiste sie schließlich zurück nach Österreich.
Warum Latzka schon die nächste Rückkehr nach Schweden plant
Sie plant, im Jahr 2027 für einige Monate nach Gotland zurückzukehren. Für sie überwiegt offenbar die Erfahrung, sich einen Kindheitstraum tatsächlich erfüllt zu haben, gegenüber den Härten des Alltags im hohen Norden.
Für alle, die selbst mit einem Auslandsjahr liebäugeln, zeigt ihre Geschichte: Vorbereitung wie ein gezielter Sprachkurs hilft, ersetzt aber nicht die Erfahrung von Dunkelheit, Distanz zur Familie und bürokratischen Wartezeiten.