Für den rund 60 Hektar großen Campus Gaisbach hat die Adolf Würth GmbH & Co. KG die Platin-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten, die höchste Stufe, die die Organisation vergibt. Initiatorin der zugrunde liegenden Biodiversitätsstrategie war Marion Würth.
Überreicht wurde die Auszeichnung am 6. Oktober 2026 im Rahmen der Immobilienmesse Expo Real in München. Sie würdigt die naturnahe Aufwertung des Firmengeländes, die vor zwei Jahren begann.
Ein Ergebnis mit messbaren Zahlen
Was die Strategie bewirkt hat, zeigt die Bestandsaufnahme von 2025: Am Campus Gaisbach wurden über 160 Pflanzenarten und mehr als 80 Tierarten erfasst, darunter 45 Brutvogel-Arten und 19 Tagfalter-Arten. Für ein Firmengelände dieser Größe ist das ein ungewöhnlich breites Artenspektrum.
Die Zahlen sind der sichtbare Beleg dafür, dass aus einer unternehmerischen Entscheidung ein ökologisch wirksames Ergebnis wurde – und genau dieses Ergebnis trägt die Initiatorin Marion Würth mit ihrem Namen.
Der Weg zur naturnahen Aufwertung
Entwickelt wurde die Biodiversitätsstrategie laut der Fachpublikation Unternehmeredition gemeinsam mit Prof. em. Dr. Roman Lenz. Die naturnahe Umgestaltung des Geländes lief seit 2024, bevor die Fachgesellschaft DGNB sie nun mit der höchsten Stufe bewertete.
Dass ein Industriestandort mit 60 Hektar Fläche zum Gegenstand einer solchen Strategie wird, ist kein kleiner Nebenschauplatz: Es betrifft das gesamte Firmenareal, auf dem die Würth-Gruppe mit weltweit über 86.000 Mitarbeitenden tätig ist.
Die Entscheidung, die über die Grünfläche hinausreicht
Die Zertifizierung beschränkt sich nicht auf Außenflächen. Gold-Status erhielten zudem das Parkhaus auf dem Campus Gaisbach sowie die unternehmenseigene Kindertagesstätte Würtholino in Künzelsau, während die neu errichtete Energiezentrale Süd mit der Stufe Silber bewertet wurde. Das zeigt: Die von Marion Würth initiierte Strategie wirkt über die reine Flächenbegrünung hinaus in mehrere Bereiche des Standorts hinein.
Was als Nächstes geplant ist
Ab 2028 soll die Adolf Würth GmbH & Co. KG durch die neue Energiezentrale, geplante Freiflächen-Photovoltaik und eine Windkraftanlage rund 70 % des Energiebedarfs am Campus Gaisbach aus eigenen erneuerbaren Quellen decken. Ein Wärmespeicher soll dabei Schwankungen in der Energieversorgung ausgleichen.
Im Geschäftsjahr 2025 kam die Würth-Gruppe auf einen Umsatz von 20,7 Milliarden Euro bei einem Betriebsergebnis von 970 Millionen Euro. Vor diesem finanziellen Hintergrund fügt sich die Biodiversitätsstrategie als ein weiterer, dauerhaft angelegter Baustein in die Unternehmensausrichtung ein, dessen nächste Etappe die Energiewende am eigenen Standort ist.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.