Die damit verbundenen Einnahmeausfälle brachten Zahlungsverpflichtungen ins Wanken, die das Unternehmen nicht mehr erfüllen konnte. Vorläufiger Insolvenzverwalter Michael Verken von Anchor Rechtsanwälte soll nun eine Lösung finden.
Verken steht für schnelle Stabilisierung statt Abwicklung
Für Verken zählt in den ersten Tagen eines Mandats vor allem Tempo. Noch während das Insolvenzverfahren anlief, nahm er umgehend Kontakt zu den Krankenkassen auf, die für die Zuweisung neuer Patienten zuständig sind. Eine führende Krankenkasse hat die Zuweisungen bereits wieder aufgenommen – ein erstes belegbares Ergebnis seiner Arbeit. Verken geht davon aus, dass weitere Kassen diesem Beispiel folgen.
Der Weg zum Mandat in Bruckmühl
Die Gesellschaft hinter der Rehaklinik wurde im Dezember 2023 gegründet und beschäftigt derzeit 87 Mitarbeiter. Als das Landratsamt Rosenheim die Belegung einschränkte, brach ein wesentlicher Teil der Einnahmen weg. Verken übernahm die Klinik in dieser Lage als vorläufiger Insolvenzverwalter und musste von Beginn an zwei Dinge gleichzeitig sichern: den laufenden Betrieb und das Vertrauen der Kostenträger.
Die Entscheidung: Sofort auf die Krankenkassen zugehen
Statt zunächst die internen Abläufe zu ordnen, suchte Verken zuerst das Gespräch mit den Krankenkassen. Er bewertet die Freigabe der Zuweisungen durch eine führende Kasse als wesentliche Voraussetzung für die Sanierung der Klinik. Diese Priorisierung unterscheidet sein Vorgehen von einem rein verwaltenden Insolvenzverfahren: Er handelt wie ein Sanierer, der zuerst die Einnahmequelle sichert, bevor er über die weitere Struktur entscheidet.
Das Mindset im Alltag: Vertrauen ins Team trotz Krise
Während der Betrieb der Klinik weiterläuft und die medizinische sowie pflegerische Betreuung der Patienten gesichert bleibt, sind die Löhne und Gehälter der Belegschaft über das Insolvenzgeld abgesichert.
Verken beschreibt das Personal als engagiertes Team, das die schwierige Lage mitträgt. Dieser Eindruck prägt seinen Umgang mit der Belegschaft: Er kommuniziert die Lage offen, statt sie zu beschönigen, und verlässt sich auf die Motivation der Mitarbeiter, den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Was als Nächstes ansteht
In dieser Woche startet Verken einen strukturierten Investorenprozess, mit dem er eine wirtschaftlich stabile Fortführungslösung für die Klinik finden will. Ob ein Investor einsteigt, hängt auch davon ab, wie viele weitere Krankenkassen ihre Zuweisungen wieder freigeben. Für die Beschäftigten in Bruckmühl entscheidet sich in den kommenden Wochen, ob aus der Insolvenz eine Sanierung oder eine Abwicklung wird.