Eine aktuelle Studie zur Jobsicherheit von EY zeigt, dass für Studierende beim Berufseinstieg nicht mehr das Gehalt zählt, sondern vor allem ein krisenfester Arbeitsplatz. 52 % der Befragten nennen Jobsicherheit als wichtigstes Auswahlkriterium für einen Arbeitgeber, Gehalt folgt erst auf Platz zwei. Für die Studie befragte EY im Frühjahr 2026 mehr als 2.000 Studentinnen und Studenten.
52 Prozent der Studierenden stellen Sicherheit vor Gehalt
Gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2024 ist der Anteil derer, die Jobsicherheit als entscheidend einstufen, um zehn Prozentpunkte gestiegen. Gehalt und Gehaltssteigerungen landen mit 43 % auf dem zweiten Platz, flexible Arbeitszeiten folgen mit 41 % auf Rang drei. Damit verschiebt sich die Prioritätenliste junger Berufseinsteiger spürbar in Richtung Stabilität.
Frauen bewerten Sicherheit wichtiger als Männer
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen bewerten 57 % Jobsicherheit als wichtig, bei Männern sind es 47 %. Auch bei den Gehaltserwartungen gibt es eine Lücke: Männer rechnen im Schnitt mit 47.500 Euro Einstiegsgehalt, Frauen mit 42.200 Euro.
Exzellente Studierende setzen auf Freiheit statt Sicherheit
Wer sich selbst als exzellent einschätzt, tickt anders als der Durchschnitt. Unter diesen Studierenden stufen nur 35 % Jobsicherheit als wichtig ein, bei durchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Absolventen sind es 55 %. Auch beim Gehalt sind die vermeintlich Besten gelassener: Nur 33 % von ihnen gewichten es stark, verglichen mit 45 % bei den übrigen Befragten.
Stattdessen legen exzellente Studierende mehr Wert auf Home-Office (28 %) und selbstständiges Arbeiten (14 %). Insgesamt bevorzugen Studierende aber mehrheitlich ein Angestelltenverhältnis: 77 % von ihnen ziehen eine feste Anstellung der Selbstständigkeit vor.
44.500 Euro Einstiegsgehalt: Warum das real weniger wert ist
Im Durchschnitt erwarten Studierende beim Berufseinstieg ein Jahresgehalt von 44.500 Euro, nominal 1,8 % mehr als 2024. Zehn Jahre zuvor, 2016, lag der erwartete Wert noch bei 42.400 Euro; unter Berücksichtigung der Inflation entspräche diese Summe heute etwa 56.000 Euro. Real ist die Gehaltserwartung damit deutlich gesunken, wie EY zu diesem Vergleich feststellt.
Die Erwartungen unterscheiden sich stark nach Studienrichtung:
- Angehende Juristinnen und Juristen rechnen mit rund 50.000 Euro, dem höchsten Wert aller Fachrichtungen.
- Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erwarten etwa 48.500 Euro.
- Ingenieurswissenschaftler kalkulieren mit rund 47.700 Euro.
- Naturwissenschaftler gehen von etwa 47.300 Euro aus.
- Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erwarten mit etwas über 30.000 Euro den niedrigsten Wert.
Bei der Wahl der Branche liegt die IT-Branche mit 26 % vorn, gefolgt vom öffentlichen Dienst mit 17 %.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.