Thomas Parits wird am 7. Oktober 80 Jahre alt. Die Austria Wien wollte den früheren Spieler, Trainer und Sportvorstand beim Heimspiel gegen Sturm Graz würdigen, doch er entscheidet sich dagegen. Er verbringt den Tag lieber privat im Burgenland.
Diese Entscheidung ist typisch für das Mindset von Thomas Parits: Bescheidenheit statt Bühne, auch nach einer Karriere voller Titel. Wer verstehen will, wie er zu dieser Haltung kam, muss auf seinen Weg zurückblicken.
- Parits wird am 7. Oktober 80 Jahre alt und lehnt eine Stadion-Feier ab
- Er wurde mit Austria Wien als Spieler, Trainer und Sportvorstand Meister, zuletzt 2013
- Seine Karriere führte ihn über Köln, Frankfurt und Granada zurück zur Austria
Wofür steht Thomas Parits im österreichischen Fußball?
Parits erzielte in 258 Bewerbsspielen für Austria Wien 100 Tore und spielte 27-mal für die österreichische Nationalmannschaft. 1978 erreichte er mit dem Angriffstrio Parits, Pirkner und Morales das Europacupfinale. Als Sportvorstand führte er den Klub zuletzt 2013 zur österreichischen Meisterschaft – eine Konstellation, die ihn mit Franz Beckenbauer vergleichbar macht: Beide wurden mit ihrem Verein als Spieler, Trainer und Funktionär Meister.
Wie wurde aus dem Siegendorfer eine Austria-Legende?
Parits begann seine Laufbahn auf dem Sportplatz in Siegendorf und erzielte dort mit 17 Jahren zehn Saisontore in der Regionalliga Ost, damals die zweithöchste Spielklasse. Zunächst zeigte der Sportclub Wien Interesse, dann die Wiener Austria. Im Sommer 1964 erhielt er dort seinen ersten Profivertrag.
- FK Austria Wien (1964–1970): 141 Ligaspiele, 45 Tore
- 1. FC Köln (1970–1971): 29 Ligaspiele, 5 Tore
- Eintracht Frankfurt (1971–1974): 103 Bundesligaspiele, 23 Tore, dazu Gewinn des Deutschen Pokals
- FC Granada (1974–1977): 82 Ligaspiele, 7 Tore
Anschließend kehrte Parits zur Austria zurück, spielte dort erneut 61 Ligaspiele mit 37 Toren und beendete seine aktive Laufbahn bei VOEST Linz. Insgesamt verbrachte er rund 20 Jahre bei der Wiener Austria – als Spieler, Trainer und Sportvorstand.
Warum lehnt Thomas Parits die große Austria-Feier ab?
Die Austria Wien plante, Parits beim Heimspiel gegen Sturm Graz zu ehren. Parits selbst wollte das nicht: Er will nicht im Stadion gefeiert werden, weil aus seiner Sicht die aktuelle Mannschaft im Mittelpunkt stehen soll. Diese Haltung unterscheidet sich von der großen Feier zu seinem 60. Geburtstag im Oktober 2006, als ihn sogar Franz Beckenbauer anrief, um zu gratulieren. Parits lebt bis heute in Siegendorf, wo seine Karriere begann, und besitzt ein Austria-Abo auf Lebzeiten.Statt sich feiern zu lassen, richtet Parits nun den Blick lieber auf private Momente.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.