Max Plank hat seine Nische dort gefunden, wo die meisten Banken zurückhaltend sind: bei internationalen Fachkräften, Diplomaten und Managern, deren Vermögen sich über mehrere Länder verteilt. Aus drei Jahren als Expat in Dubai entstand die Idee zur Invest Expat GmbH, die heute rund 500 Expats in Österreich von zwei Büros in Wien und Innsbruck aus betreut. Im Gespräch erläutert der Geschäftsführer, warum die KESt-Befreiung für Mitarbeitende internationaler Organisationen so häufig übersehen wird, welche Fehler bei der Steueroptimierung Geld kosten und wie sich eine Strategie über Ländergrenzen hinweg koordinieren lässt.
Gewinner.de: Herr Plank, das Thema KESt-Befreiung zieht sich durch Ihre gesamte Arbeit. Was steckt genau dahinter?
Max Plank: Wer in Österreich für eine internationale Organisation arbeitet und eine Legitimationskarte besitzt, hat unter bestimmten Voraussetzungen einen besonderen steuerlichen Status. In der Praxis bedeutet das: Kapitalerträge müssen nicht automatisch mit 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer belastet werden. Das Erstaunliche daran ist, dass die großen Bankhäuser diesen Punkt in der Beratung nicht ansprechen. Wahrscheinlich, weil er in kein Standardformular passt. Genau dort setzt die Invest Expat GmbH an, und bei einem sechsstelligen Depot ergibt sich daraus über die Jahre ein Betrag, über den man ernsthaft sprechen muss. Für mich ist das keine Umgehung, sondern die korrekte Anwendung bestehender Regeln.
Gewinner.de: Welche Fehler beobachten Sie bei der Steueroptimierung am häufigsten?
Max Plank: Der klassische Fehler ist, dass jemand ein Produkt kauft und glaubt, damit eine Strategie zu haben. Ein Fonds in Irland, eine Versicherung aus dem Heimatland, ein Depot in Österreich. Jedes Element für sich vielleicht sinnvoll, in der Summe steuerlich jedoch unstrukturiert. Der zweite häufige Irrtum betrifft die Meldepflichten: Viele Expats gehen davon aus, dass ihr besonderer Status auch für private Kapitalanlagen im Ausland automatisch gilt, was so nicht stimmt. Und der dritte Punkt ist die zeitliche Dimension: Wer nach vier Jahren wieder umzieht, braucht eine andere Struktur als jemand, der in Österreich in Pension geht. Steueroptimierung für Expats beginnt deshalb nie beim Produkt, sondern bei der Lebensplanung.
Gewinner.de: Sie arbeiten ab einer Einmalanlage von 50.000 Euro. Warum diese Grenze?
Max Plank: Weil unter diesem Betrag der Aufwand in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen steht. Eine ordentliche Finanzplanung für Expats umfasst die Analyse der Steuersituation, die Abstimmung mit Steuerberatern, die Prüfung bestehender Pensionsansprüche in mehreren Ländern und eine echte Streuung des Portfolios. Wer 10.000 Euro anlegen möchte, ist mit einem breit gestreuten ETF-Sparplan besser beraten. Das sage ich Interessenten auch offen. Ab etwa 50.000 Euro lassen sich Struktur, Steuerthemen und Estate Planning so aufsetzen, dass die Beratung tatsächlich einen messbaren Unterschied macht. Diese Klarheit über die eigene Zielgruppe war eine der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen überhaupt.
Gewinner.de: Ein Punkt, den Sie besonders betonen, ist die weltweite Koordination. Wie läuft das konkret ab?
Max Plank: Ein typischer Fall: Ein Kunde aus Großbritannien hat dort noch eine betriebliche Pension und einen langjährigen Berater, in Österreich ein neues Gehaltskonto, dazu vielleicht eine Immobilie in einem dritten Land. Statt anzunehmen, dass das Wiener Depot allein die Strategie ausmacht, setzen wir uns in einem Online-Call mit dem Advisor im Heimatland zusammen. Dort wird geklärt, wer welche Assetklasse abdeckt, wo Doppelungen entstehen und welches Land steuerlich welchen Zugriff hat. Diese Gespräche sind manchmal unbequem, weil Zuständigkeiten neu verteilt werden, aber danach hat der Kunde erstmals ein Gesamtbild seines Vermögens. Genau darin liegt für mich der Kern von International Wealth Management.
Gewinner.de: Woran erkennt man Ihrer Erfahrung nach eine seriöse Finanzberatung für Expats und woran einen unseriösen Anbieter?
Max Plank: Drei Prüffragen genügen meistens. Erstens: Wird nach der Lebenssituation gefragt oder sofort ein Produkt präsentiert? Zweitens: Liegen die Kosten offen auf dem Tisch, inklusive laufender Gebühren? Bei uns sind das eine Mitgliedsgebühr von 199 Euro pro Jahr und je nach Volumen rund 1,5 Prozent Management Fee. Alles davon ist nachlesbar und nicht versteckt. Drittens: Sagt der Berater auch einmal, dass etwas nicht passt? Wer auf jede Frage ein Produkt parat hat, verkauft. Wer zugibt, dass er eine steuerliche Frage erst mit einem Steuerberater klären muss, arbeitet seriös.
Gewinner.de: Was treibt Sie persönlich an, diesen Nischenmarkt weiter auszubauen?
Max Plank: Ich war selbst drei Jahre Expat in Dubai und kenne das Gefühl, sich in einem fremden Finanzsystem zurechtfinden zu müssen. Seit 2018 bin ich in der Investment- und Finanzbranche tätig, unter anderem ausgezeichnet als bester Junior Financial Planner, und trotzdem war der Aufbau des Unternehmens Lernen unter Realbedingungen. Heute gibt es zwei Büros, ein wachsendes Beraterteam, monatliche Wirtschaftsreports für Kunden und einmal im Monat einen kostenlosen Expat-Event in Wien, bei dem Networking und Finanzthemen zusammenkommen. Der nächste Schritt ist der deutsche Markt, weil dort dieselbe Lücke existiert. Erfolg messe ich dabei nicht an der Zahl der Abschlüsse, sondern daran, wie viele Kunden uns an ihre internationalen Kollegen weiterempfehlen.
Gewinner.de: Vielen Dank für das Gespräch und die offenen Einblicke.
Wer als internationale Fachkraft Klarheit über Steuerstatus, Pensionsansprüche und Investmentstrategie gewinnen möchte, findet weitere Informationen sowie die Termine der Expat-Events in Wien unter www.investexpat.com.
Impressum:
Invest Expat GmbH
Maximilian Plank
Prinz Eugen Strasse 18, 1040 Wien
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